Landesregierung verleiht Innovationspreis 2019

BIO.NRW gratuliert allen drei Wissenschaftlerinnen zur Verleihung des Innovationspreises 2019. Wir gratulieren insbesondere Prof. Dr. Helga Rübsamen-Schaeff, AiCuris GmbH & Co. KG in Wuppertal, für die Verleihung des Ehrenpreises.

“Nordrhein-Westfalen ist das Land der Innovationen und der unternehmerischen Potenziale. Das zeigen eindrucksvoll die hervorragenden Köpfe, die wir heute auszeichnen können. Ihre Forschungen, Entwicklungen und deren überaus erfolgreiche Anwendungen zeigen, wieviel Kreativität, Erfinder- und Unternehmergeist in unserem Land stecken“, sagte Pinkwart bei der Preisverleihung in Düsseldorf. „Ich bin froh und ein wenig stolz, dass sie damit am Wissenschaftsstandort Nordrhein-Westfalen ihren Beitrag zur innovativen Weiterentwicklung der Gesellschaft leisten.”

Zur Eröffnung der Preisverleihung sprach Ministerpräsident Armin Laschet ein Grußwort. Er sagte: „Dieser Preis zeigt, wie stark unser Land als innovativer Industriestandort und als vielfältige Wissenschaftsregion ist. Er ist auch eine Auszeichnung an herausragende Forscherinnen und Forscher Nordrhein-Westfalens, die mit Spitzenleistungen zur Bewältigung großer gesellschaftlicher Herausforderungen unserer Zeit beitragen. Ihre Forschung macht das Leben für viele Menschen besser.“

Der Innovationspreis des Landes Nordrhein-Westfalen ist nach dem Zukunftspreis des Bundespräsidenten die höchstdotierte Auszeichnung dieser Art in Deutschland. Er wird in drei Kategorien vergeben: als Ehrenpreis, für eine besondere Innovationsleistung und an einen herausragenden Nachwuchsforscher.

Die Preisträger 2019 sind:

Kategorie „Ehrenpreis“: Prof. Dr. Helga Rübsamen-Schaeff

Die auch mit dem Zukunftspreis des Bundespräsidenten ausgezeichnete Wissenschaftlerin und frühere Leiterin der gesamten weltweiten Infektionsforschung von Bayer gründete 2006 die AiCuris GmbH & Co. KG in Wuppertal. Der von ihr entwickelte Wirkstoff schützt immungeschwächte Empfänger von Knochenmarktransplantationen vor dem weit verbreiteten Cytomegalie-Virus und verbessert so nachhaltig ihre Heilungschancen.
Pinkwart: „Wissenschaftliche Exzellenz, innovative Industrieforschung und Entwicklung sowie unternehmerischer Gründergeist sind bei Frau Prof. Rübsamen-Schaeff in beeindruckender Weise vereint. Sie verkörpert damit die Stärken unseres Bundeslandes, ist Vorbild für starke Innovation und schreibt damit die Geschichte herausragender Pharmaforschung und -Entwicklung ‚made in NRW‘ fort.“
Der Ehrenpreis ist nicht mit einem Preisgeld verbunden.

Kategorie „Innovation“: Prof. Dr. Brunhilde Wirth

Die Direktorin des Instituts für Humangenetik in Köln wird für ihren Durchbruch in der Behandlung der spinalen Muskelatrophie ausgezeichnet.
Pinkwart: „Frau Prof. Wirth ist eine überragende Wissenschaftlerin, deren hartnäckige Recherchen zu einem Durchbruch bei der neurogenetischen Behandlung der spinalen Muskelatrophie SMA geführt hat. Ihre Arbeit verbindet Spitzenforschung und konkrete Anwendung und zehntausenden Erkrankten in Europa neue Perspektiven. Ihre patentierten Erfindungen könnten dazu führen, dass SMA eines Tages der Vergangenheit angehört.“
Preisgeld: 100.000 Euro.

Kategorie „Nachwuchs“: Dr.-Ing. Valentine Gesché

Die Forscherin und Gründerin hat textilbasierte patienten-individualisierte Implantate erforscht und entwickelt, die in einer durchgängig digitalen Prozesskette kosten- und zeiteffizient hergestellt werden.
Pinkwart: „Frau Gesché ist eine herausragende Nachwuchs-Wissenschaftlerin und bringt den Unternehmergeist mit, um ihre Forschungsergebnisse zum Wohle der Menschen in die Praxis umzusetzen. Darüber hinaus zeigen ihre Arbeiten an der individualisierten Medizin, welche gesundheitswirtschaftlichen und geschäftlichen Perspektiven die Digitalisierung engagierten Entrepreneuren wie Patienten eröffnen kann.“

Preisgeld: 50.000 Euro.

Mit der Verleihung des Innovationspreises würdigt das Land exzellente Forschung mit besonderer gesellschaftlicher Bedeutung, wissenschaftlichem Potenzial und Relevanz in der Anwendung. Die Siegerinnen in den Kategorien „Innovation“ und „Nachwuchs“ ermittelte eine Fachjury unter Vorsitz von Prof. Dr.-Ing. Dieter Spath, Präsident der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech).

Alle Preisträgerinnen erhalten die Preisskulptur „PROMETHEUS“. Sie wurde von einem der renommiertesten zeitgenössischen Künstler geschaffen: Prof. Dr. Markus Lüpertz, ehemaliger Rektor der Kunstakademie Düsseldorf.

Foto: © Susanne Kurz

Quelle & weitere Informationen unter: www.bio.nrw.de

Vor Stammzelltransplantation: Innovatives Verfahren zur Behandlung schwerer Virusinfektionen

Die Transplantation blutbildender Stammzellzellen eröffnet heutzutage zahlreichen Kindern und Jugendlichen, die unter einer malignen hämatologischen Erkrankung oder einer angeborenen Störungen der Blutbildung oder des Immunsystem leiden, eine realistische Heilungschance. Schwere Infektionen, insbesondere solche mit Erregern, die sich auf eine antimikrobielle Therapie refraktär zeigen, stellen ein hohes Risiko für die nachfolgende Transplantation dar und galten daher über viele Jahre als Kontraindikation für die Durchführung einer Stammzelltransplantation.

Das Team des Bereichs Pädiatrische Stammzelltherapie an der Klinik für Kinder-Onkologie, -Hämatologie und Klinische Immunologie (Leiter Prof. Roland Meisel) berichtet in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Clinical Infectious Diseases über einen neuartigen Therapieansatz zur erfolgreichen Behandlung solcher Infektionen (https://academic.oup.com/cid/article-abstract/68/8/1406/5144168). Das Therapieverfahren wurde in enger Kooperation mit Fachkollegen von der Kinderklinik und dem Institut für Transfusionsmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover (Prof. Britta Maecker-Kolhoff, Prof. Britta Eiz-Vesper) sowie der Universitätskinderklinik Tübingen (Prof. Peter Lang) entwickelt und in der klinischen Praxis umgesetzt.

Durch die gezielte Auswahl eines Stammzellspenders mit einer hohen Frequenz gegen Adenoviren gerichteter Immunzellen sowie eine neuartige Transplantations-Plattform, bei der durch gezielte Aufarbeitung des Transplantates jede immunsuppressive Behandlung nach der Transplantation verzichtbar wird, konnten bereits wenige Tage nach der eigentlich Stammzelltransplantation einem unter einer therapie-refraktären Adenovirus-Infektion leidenden Kind aus dem Blut des Stammzellspenders aufgereinigte und spezifisch gegen das Adenovirus gerichtete Immunzellen übertragen werden. Innerhalb weniger Tage kam es zu einer drastischen Abfall der Viruslast sowie dem Verschwinden der klinischen Infektionssymptome, die Virusinfektion heilte innerhalb eines Monats ohne Folgeschäden aus.

Das in der Arbeit beschriebenen, innovative Therapiekonzept könnte in Zukunft auch solchen Patienten, die unter einer schweren Infektion vor einer geplanten Transplantation leiden, die Option einer kurativen Übertragung blutbildender Stammzellen eröffnen und wird daher im Bereich Pädiatrische Stammzelltherapie der Klinik für Kinder-Onkologie, -Hämatologie und Klinische Immunologie (Direktor Prof. Arndt Borkhardt) weiter intensiv untersucht.

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Ein Innovationscampus für Düsseldorf

Düsseldorf soll einen neuen Innovationscampus erhalten mit dem Forschungsschwerpunkt „Mobilität der Zukunft“. Unternehmen, Startups und Forschungseinrichtungen der Branche sollen sich zu einem neuen Ökosystem zusammenfinden und darin innovative und wirtschaftliche Dynamik entwickeln.

Verkehrsgünstig neben Flughafen und Flughafen-Bahnhof und entlang der geplanten Trassen von U81 und Radschnellweg gelegen, soll ein nach innen gerichteter, grüner Campus mit Solarglasdach und der originalen Gasometer-Kuppel – bekannt aus Günther Jauchs Talkshow – entstehen. Zudem ist die Einrichtung eines Mobilitäts-Hubs als Erprobungs- und Gründungsplattform für e-Mobilität, Sharingmodelle und autonomes Fahren geplant.

Entwickelt wurde dieses Konzept durch die EUREF AG, die in Berlin bereits seit 10 Jahren einen solchen Campus betreibt, der als Reallabor der Energiewende gilt. Zurzeit arbeiten dort 3.500 Mitarbeiter in über 150 Unternehmen, Startups und Forschungseinrichtungen aus den Bereichen Energie, Klimaschutz, ITK und Mobilität zusammen. Düsseldorf würde der zweite Standort der EUREF AG werden.

Oberbürgermeister Thomas Geisel begrüßt die Pläne. „Ich freue mich, dass die EUREF AG mit einem neuen Campus nach Düsseldorf kommen will. Das unterstreicht einmal mehr unsere Position als innovative Start-up City und liefert einen wichtigen Beitrag zur Fortentwicklung des Wirtschafts- und Technologiestandortes Düsseldorf sowie der gesamten Region. Die Verwaltung wird das Projekt in der Ansiedlungsphase intensiv unterstützen“, sagt Oberbürgermeister Geisel.

Reinhard Müller, Vorstandsvorsitzender der EUREF AG, ist froh, in Düsseldorf das passende Gelände gefunden zu haben: „Der Gründer- und Unternehmergeist der Stadt Düsseldorf, die gute Erreichbarkeit, die Attraktivität für internationale Talente, all das zeichnet Düsseldorf aus unserer Sicht aus. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit den Akteuren hier vor Ort.“

Auch das Land Nordrhein-Westfalen heißt eine Ansiedlung willkommen. Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie, sagt dazu: „Ich bin erfreut zu hören, dass es jetzt konkrete Überlegungen gibt, dieses Projekt in der Landeshauptstadt umzusetzen. Der EUREF-Campus passt mit seiner Zielsetzung hervorragend nach NRW: klima- und ressourcenschonendes Wirtschaften, neue Mobilitätskonzepte und autonomes Fahren, die Digitalisierung von Produkten und Prozessen, Energiespeicherung und effiziente, ressourcenschonende Steuerung von Gebäuden sind Themen, denen sich auch die Wirtschaftspolitik der Landesregierung verpflichtet sieht.“

Durch die Umsetzung des Projektes werden mit dem Ankermieter Schneider Electric, aktuell mit Sitz in Ratingen, in einem ersten Schritt 750 Arbeitsplätze für die Deutschland Zentrale in der Region gehalten. Der internationale Konzern ist weltweit führend in der digitalen Transformation, speziell auf den Gebieten Energy Management und industrielle Automation, und mit über 140.000 Mitarbeitern in circa 150 Ländern vertreten. „Für uns ist der EUREF-Campus Düsseldorf ein weiteres sehr interessantes und richtungsweisendes Projekt in Deutschland, bei dem Unternehmen, Wissenschaft und Politik die Zukunft für unsere ‚Generation von morgen‘ innovativ gestalten und vorbereiten können“, sagt Daniel Rook, Personalvorstand für Schneider Electric in Deutschland, Österreich, Schweiz.

Mit dem Flughafen Düsseldorf steht ein erster Partner aus der direkten Nachbarschaft bereit. Thomas Schnalke, Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen Düsseldorf GmbH: „Mobilität ist für uns als Flughafen ein ganz wichtiges Thema. Wir freuen uns sehr über diese interessante Ansiedelung direkt vor unserer Tür und diskutieren schon jetzt die naheliegenden Kooperationsmöglichkeiten mit EUREF.“

Nach der Fertigstellung werden auf dem Campus nach derzeitigen Planungen insgesamt rund 2.500 Arbeitsplätze in etablierten Unternehmen und Startups geschaffen.

Seit Beginn der Gespräche zwischen der EUREF AG und der Wirtschaftsförderung im Februar diesen Jahres hat der Investor innerhalb von kürzester Zeit eine Umsetzungsplanung erarbeitet und vorgelegt. Möglich wurde dies durch die enge Zusammenarbeit aller am Projekt Beteiligten.
Die Bauvoranfrage für das Ansiedlungsprojekt wird in den nächsten Sitzungszyklus eingebracht. Ebenfalls soll das Projekt im Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Tourismus und Liegenschaften detailliert vorgestellt werden. Inzwischen laufen die Verhandlungen zum Erwerb des städtischen Grundstückes.

Quelle & weitere Informationen unter: www.duesseldorf.de

Bundesregierung will Forschungsförderung auf KMU zuschneiden

BERLIN (Dow Jones)–Die von der Bundesregierung geplante steuerliche Forschungsförderung soll sich nach Aussagen des Finanz-Staatssekretärs Rolf Bösinger besonders an Klein- und Mittelbetriebe richten. Man arbeite derzeit an einer solchen Forschungsförderung, sagte Bösinger beim „Unternehmensteuerkongress 2019“ des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI). „Uns ist dabei wichtig, eine zielgerichtete und gut administrierbare Regelung zu schaffen, die insbesondere den kleinen und mittleren Unternehmen zugute kommt“, erklärte der Staatssekretär, der im Finanzministerium für Steuerfragen zuständig ist.

Bösinger sprach sich allgemein für mehr Steuergerechtigkeit aus, die auch im Interesse der Unternehmen sei. „Die Politik der Bundesregierung folgt den Zielen, nachhaltiges Wachstum zu sichern und den Zusammenhalt der Gesellschaft zu stärken“, sagte er. „Daran orientiert sich auch unsere Steuerpolitik.“

Internationale Entwicklungen hätten eine Debatte um nötige Maßnahmen bewirkt. „Den Entwicklungen um uns herum können wir uns als so stark in die Weltwirtschaft integriertes Land nicht entziehen“, sagte er. Das beobachte man sehr aufmerksam. Es gebe Zeichen einer Wachstumsabschwächung, aber keiner Rezession. Darum prüfe die Koalition zielgerichtete Entlastung für Firmen wie die Förderung von Forschung und Innovationen.

Die Kölner Steuerprofessorin Johanna Hey betonte, es komme darauf an, was man mit steuerlicher Forschungsförderung erreichen wolle. Die Frage sei: „Will man einen Anreiz für zusätzliche Forschungsinvestitionen setzen oder mobiles Einkommen im internationalen Steuerwettbewerb begünstigen?“ Instrumente wie Patentboxen seien eher auf Großkonzerne gerichtet als auf kleine und mittlere Unternehmen (KMU).

Kontakt zum Autor: andreas.kissler@wsj.com

DJG/ank/apo

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January 28, 2019 06:33 ET (11:33 GMT)

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Quelle: www.finanznachrichten.de

Mittelständische Unternehmen bremsen freiwillig ihr Wachstum

Zu diesem Schluss kommt Prof. Dr. Devrimi Kaya von der RUB gemeinsam mit Kollegen der London Business School und der University of Washington nach einer empirischen Analyse, in die Daten von hunderttausenden Unternehmen aus zwölf europäischen Ländern eingingen.

In der Europäischen Union sind Kapitalgesellschaften ab einer bestimmten Größe verpflichtet, ihre Jahresabschlüsse detailliert offenzulegen. Um sich dieser Pflicht zu entziehen, bremst der Mittelstand in Deutschland und Europa bewusst sein Wachstum, um wettbewerbsrelevante Informationen nicht preisgeben zu müssen.

Verzicht auf sieben Prozent Wachstum 

Je kleiner ein Unternehmen ist, desto weniger Geschäftsinformationen wie Umsatzerlöse oder Gewinnmargen muss es offenlegen. Die empirischen Analysen zeigen, dass Unternehmen auf rund sieben Prozent Wachstum verzichten, um sich bewusst klein zu halten. Viele nehmen sogar Ordnungs- und Bußgelder zwischen 2.500 und 25.000 Euro in Kauf, um ihre Bilanzen verspätet zu veröffentlichen. So vermeiden sie, dass die Konkurrenz Einblick in die Geschäftsbücher erhält. Auch andere kostspielige Instrumente, wie den Einsatz von Leiharbeitern, nehmen die Unternehmen in Kauf, um unterhalb eines bestimmten Schwellenwerts von Mitarbeitern zu bleiben.

„Während die Geschäftszahlen von deutschen Mittelständlern öffentlich einsehbar sind, müssen ausländische Partner und Konkurrenten in Nordamerika und Asien überhaupt keine Daten preisgeben“, ergänzt Kaya. So sei die Pflicht zum Offenlegen des Jahresabschlusses eine echte Wachstumsbremse für den deutschen Mittelstand.

Nützlich fürs Benchmarking

In einer zweiten Studie zeigten die Forscher allerdings auch positive Effekte von veröffentlichten Bilanzen auf: Gründerinnen und Gründer nutzen die Daten, um über die Kapitalstruktur ihres eigenen Unternehmens zu entscheiden.

Die Ergebnisse der ersten Studie sind 2018 im „Journal of Accounting and Economics“ erschienen, die zweite Studie ist vorab auf der Plattform SSRN online veröffentlicht.

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