Korean New Deal – Chancen für deutsche Unternehmen

Südkorea wird für deutsche Unternehmen zunehmend interessant. Geschäftschancen bieten sich unter anderem in den Wachstumsbereichen Digitalisierung und Gesundheit. An dem milliardenschweren Investitionsprogramm „Korean New Deal“ der Regierung können auch deutsche Firmen partizipieren.

Die Regierung Südkoreas beabsichtigt, die Wirtschaft wettbewerbs- und zukunftsfähiger zu gestalten. Zu diesem Zweck startete sie den „Korean New Deal“. Dabei handelt es sich um ein umfassendes staatliches Investitionsprogramm. Dies besteht aus dem Digital und dem Green New Deal sowie dem Ausbau der sozialen Sicherungssysteme. Der Staat plant, bis 2025 circa 121,2 Milliarden Euro in zehn Themenbereichen zu investieren. Dies sind:

 

1.         Data Dam –  Digitale Datenverarbeitung

2.         AI Government – Künstliche Intelligenz und Digitalisierung des öffentlichen Sektors

3.         Smart Healthcare – Intelligentes Gesundheitswesen

4.         Green Smart Schools – Grüne und intelligente Schulen

5.         Digital Twin – Digitale Abbildung physischer Objekte (z.B. Karten)

6.         Digitalization of Social Overhead Capital – Digitalisierung der Infrastruktur

7.         Smart and Green Industrial Complexes – Intelligente, grüne Industriekomplexe

8.         Green Remodeling – Grüner Umbau

9.         Green Energy – Grüne Energie

10.       Eco-friendly Mobility of the Future – Umweltfreundliche Fahrzeuge

 

Das Programm ist bereits angelaufen. Eine detaillierte Ausgestaltung jedoch steht noch aus.

Konkrete Chancen für Unternehmen

Generell können ausländische Unternehmen an öffentlichen Ausschreibungen teilnehmen. Es ist jedoch sinnvoll, sich gemeinsam mit koreanischen Partnern in einem Konsortium auf entsprechende Projekte zu bewerben.

Die Kooperation mit einem lokalen Partner – etwa mit einem Vertriebspartner – ist bei einem Markteinstieg grundsätzlich vorteilhaft, da diese Partner über entsprechende Vertriebsnetzwerke verfügen und den Markt sehr gut kennen. Natürlich kann der Einstieg oder die Expansion auch mit eigener Tochtergesellschaft oder im Rahmen eines Joint Ventures gelingen. Die passende Organisationform muss ein Unternehmen für jeden Einzelfall prüfen.

Gesundheitswirtschaft

Für Unternehmen der Gesundheitswirtschaft ergeben sich in Südkorea Marktchancen.  Etwa ist die Medizintechnik eine interessante Branche mit steigendem Wachstum. Der demografische Wandel in Form einer alternden Gesellschaft – Korea ist das Land mit einer der weltweit niedrigsten Fertilitätsrate – führt zu einem wachsenden Bedarf an Leistungen im Bereich der Gesundheitswirtschaft. Zudem hat die staatliche Krankenversicherung ihre Leistungen ausgebaut. Gerade im Bereich der High-Tech-Medizintechnik decken Importe einen Großteil der Nachfrage.

Digitalisierung

Auch die Digitalisierung bietet unternehmerisches Potenzial. Die Importquote einiger digitaler Produkte, wie Sensorik und Messtechnik, ist in Südkorea hoch. Entsprechende Hardware und Software wird gerade in den Themenbereichen des Digital Deal, wie zum Beispiel „Data Dam“ und „Digital Twin“ benötigt. Künstliche Intelligenz spielt in vielen der zehn Themenbereiche des Korean New Deal eine zentrale Rolle.

Nähere Informationen zum Förderinstrument

Die Ausgestaltung des Programms des „New Deal“ findet sich in englischer Sprache auf der Homepage des Wirtschafts- und Finanzministeriums Südkoreas (MOEF):

https://english.moef.go.kr/pc/selectTbPressCenterDtl.do?boardCd=N0001&seq=4948

Förderung von Teilnahmen an internationalen Leitmessen

Die (digitale) Teilnahme an internationalen Messen einzelner Branchen kann den Kontakt zu potenziellen Kunden und Kooperationspartnern herstellen sowie die Geschäftsanbahnung und den Markteinstieg in Südkorea erleichtern. Dies sind zum Beispiel:

 

•           Jährlich im April stattfindende Messe in Daegu, Südkorea: Green Energy Expo

Fachmesse für saubere Energien

https://www.greenenergyexpo.co.kr/

 

•           16.-18.06.2021 in Goyang, Südkorea: EXPO Solar

Internationale Messe für Sonnenergie und Solar

https://www.exposolar.org/2021/kor/main.asp

 

•           19.-21. Oktober 2021 in Singapur: Industrial Transformation ASIA

Messe für digitale Industrie und intelligente Fertigung im asiatisch-pazifischen Raum

https://www.industrial-transformation.com/

 

•           15.-18. November 2021 in Düsseldorf: MEDICA

Internationale Messe für die Gesundheitswirtschaft

https://www.medica.de/

 

Unternehmen können über das Auslandsmesseprogramm (AMP) des Bundes Zuschüsse für ihren Messeauftritt und reduzierte Kosten für Standgebühren erhalten:

https://www.auma.de/de/ausstellen/foerderungen/foerderungen-im-ausland

 

Unterstützung durch das Enterprise Europe Network

Derzeit fungieren die drei Institutionen ED Research Co. Ltd., das Korea Institute for Advancement of Technology und die Korea International Trade Association als EEN-Partner. Alle Organisationen sind in Seoul angesiedelt.  Kleinen und mittleren Unternehmen, die Vorhaben in Südkorea planen, stehen diese Institutionen beratend zur Seite.

https://een.ec.europa.eu/about/branches/kr/seoul

Weitere nützliche Kontakte sind die staatliche Förderagentur Invest Korea sowie die Deutsch-Koreanische Auslandshandelskammer (AHK Korea).

BMWI startet Zuschussprogramm für industrielle Bioökonmie – Startups, KMU und Leuchtturmprojekte im Fokus

Mit einem neuen Zuschussprogramm unterstützt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) die Nutzung und den Bau von Demonstrationsanlagen für die industrielle Biotechnologie. Ziel ist es, den Transfer bioökonomischer Produkte und Verfahren in die industrielle Praxis zu unterstützen. Das Programm fokussiert Start-ups, kleine und mittlere Unternehmen und Leuchtturmprojekte.

Die Bioökonomie ermögliche vollkommen neue Produkte und Produktionsverfahren, die auf der nachhaltigen Nutzung von Ressourcen, der Substitution von fossilen durch biologische Rohstoffe sowie der Nutzung von Abfällen basieren, so das Ministerium.

 

Gefördert werden zwei Module:

Modul A richtet sich an Start-ups und KMU sowie mittelständische Unternehmen mit bis zu 1.000 Beschäftigten und in Ausnahmefällen auch Großunternehmen. Gefördert wird die Nutzung existierender öffentlicher oder privater Demonstrationsanlagen in Deutschland sowie in Europa zur Erprobung und Weiterentwicklung eigener Verfahren der industriellen Bioökonomie.

Modul B richtet sich an gewerbliche Unternehmen jeder Größe. Gefördert werden sollen vorbereitende Tätigkeiten sowie Durchführbarkeitsstudien zum Errichten von Demonstrationsanlagen. Ein strategisches Ziel ist es dabei, den Aufbau von Leuchtturmprojekten im Bereich der industriellen Bioökonomie zu unterstützen

Die Förderquoten liegen je nach Modul und Projektausgaben zwischen 50 und 90 % der förderfähigen Ausgaben. In Modul B kann zusätzlich sogar eine Förderung der Markteinführung mit einer Förderquote bis zu 100 % erfolgen.

 

Das Antragsverfahren ist zweistufig. Projektträger ist die VDI/VDE-IT-GmbH. Erste Projektskizzen können zum 1. März 2021 eingereicht werden. Weitere Informationen und die Termine für Informationsveranstaltungen im Februar 2021 unter:

https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Dossier/industrielle-biooekonomie.html