Biologisches Gefahrenpotenzial von Nanopartikeln untersucht

Kohlenstoff-Nanopartikel sind ein vielversprechendes Werkzeug für biomedizinische Anwendungen, etwa für den gezielten Wirkstofftransport in Zellen. Ein Team aus Physik, Medizin und Chemie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) hat nun untersucht, ob diese Partikel für den Organismus potenziell gefährlich sind, beziehungsweise wie Zellen sich der Teilchen wieder zu entledigen versuchen. Die Ergebnisse der interdisziplinären Studie wurden jetzt in der Zeitschrift Scientific Reports veröffentlicht.

Zwei CD34+-Stammzellen, in denen sich Kohlenstoff-Nanopartikel befinden (magenta gefärbt); in Blau sind die Zellkerne zu sehen. Die Forscher stellten fest, dass die Nanopartikel in den Lysosomen der Zelle eingeschlossen sind. (Foto: HHU / Stefan Fasbender)

Unter Nanopartikeln versteht man solche Teilchen, die kleiner als fünf Nanometer sind – ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter – und damit die Größe von Makromolekülen haben. So kleine Teilchen werden sehr gut in Körperzellen aufgenommen. Diese Eigenschaft hat zwei Aspekte. Zum einen können Nanopartikel damit gute Vehikel sein, um an sie geheftete Wirkstoffe gezielt in kranke Zellen zu transportieren.

Zum anderen können sie aber auch gesundheitliche Risiken bergen, die beispielsweise im Kontext mit Feinstaub diskutiert werden. Feinstaub entsteht unter anderem in Verbrennungsprozessen, ein Anteil davon ist als Nanopartikel einzuordnen. Diese extrem kleinen Teilchen können die „Blut-Luft-Schranke“ überwinden und so in den Körper eindringen: Die Bronchialschleimhaut in der Lunge filtert sie nicht heraus, sondern sie gelangen bis in die Lungenbläschen und von dort ins Blut.

HHU-Forscherinnen und -Forscher vom Institut für Experimentelle Festkörperphysik um Prof. Dr. Thomas Heinzel und von der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Klinische Immunologie um Prof. Dr. Rainer Haas haben zusammen mit Arbeitsgruppen aus der Chemie nun untersucht, was passiert, wenn Körperzellen solche Nanopartikel aufnehmen. Die Forscher nutzten Nanopartikel aus Graphen; dies ist eine spezielle Form des Kohlenstoffs, der aus zweidimensionalen Lagen von Kohlenstoff-Sechseckringen besteht. Diese brachten sie in spezielle Stammzellen des blutbildenden Systems ein, die sogenannte CD34+-Stammzellen. Diese Zellen sind aufgrund ihrer lebenslangen Teilungsfähigkeit besonders empfänglich für schädigende Umwelteinflüsse. Man geht davon aus, dass bei diesen Zellen eine Schädigung durch Nanopartikel – wenn überhaupt – stärker ausfällt als bei den robusteren anderen Zelltypen.

Das interdisziplinäre Düsseldorfer Forschungsteam konnte zeigen, dass die Kohlenstoff-Nanopartikel in die Zellen gelangen und dort in speziellen Organellen, den sogenannten Lysosomen, eingekapselt werden. Die Lysosomen dienen im Körper als eine Art Entsorgungseinheit, in denen Fremdkörper angesammelt und normalerweise dann mit Hilfe von Enzymen abgebaut werden. Einen solchen Abbauprozess beobachteten die Forscher allerdings über die Dauer der Experimente – einige Tage – nicht.

Beim Vergleich der aktiven Gene („Genexpression“) von Stammzellen mit und ohne Beigabe von Nanopartikeln ergab sich, dass lediglich eine von insgesamt 20.800 aufgezeichneten Expressionen verändert war; bei 1.171 weiteren Genexpressionen konnten darüber hinaus leichte Effekte festgestellt werden.

Prof. Heinzel zu den Ergebnissen: „Die Einkapslung der Nanopartikel in den Lysosomen sorgt dafür, dass diese Teilchen zumindest für einige Tage – solange unsere Untersuchungen dauerten – sicher verwahrt sind und die Zelle nicht schädigen können. Damit ist die Lebensfähigkeit der Zelle ohne wesentliche Änderung der Genexpression erhalten.“ Diese Erkenntnis ist wichtig, wenn man Nanopartikel als Fähren für Medikamente in die Zelle nutzen will. Langzeitaussagen, die etwa eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Entartung der Zellen in Richtung Krebsentstehungen feststellen können, sind in dem hier gewählten experimentellen Rahmen nicht möglich.

Die Forschungen sind in enger Kooperation von Mathematisch-Naturwissenschaftlicher und Medizinscher Fakultät mit dem Universitätsklinikum Düsseldorf erfolgt. Die Düsseldorf School of Oncology (Leitung: Prof. Dr. Sebastian Wesselborg) förderte dabei das Promotionsstipendium von Erstautor Stefan Fasbender. Dazu Prof. Haas: „Durch die räumliche Nähe von Klinik und Universität und deren enger inhaltlichen Verzahnung bietet die HHU ein besonders fruchtbares Umfeld für die Translationale Forschung, bei der Erkenntnisse und Expertise der Grundlagenforschung mit für die Behandlung relevanten Aspekten zusammenfließen.“

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Das Innovationssemester der Wissensregion Düsseldorf startet wieder

Die Heinrich-Heine-Universität, drei große Hochschulen, die Stadtverwaltung, ein Klinikum, der Künstler Thomas Schönauer und zwei Düsseldorfer Unternehmen – sie alle tragen das Innovationssemester der Wissensregion Düsseldorf 2019. Im Herbst geht es in die zweite Runde. Ab sofort können sich interessierte Studierende, Auszubildende und Berufseinsteiger anmelden.

Im Innovatiossemester kommen junge Berufstätige, Studierende und Auszubildende aus den verschiedenen Fachrichtungen, Branchen und Hochschulen Düsseldorfs zusammen, Foto: Wilfried Meyer

„Als Bürgeruniversität sind wir stolz, uns zum zweiten Mal am Innovationssemester der Wissensregion Düsseldorf zu beteiligen. Für unsere Studierenden heißt das, dass sie sich in einem der 16 außergewöhnlichen Kurse ausprobieren und dabei neue Ideen für Düsseldorf und die Region entwickeln können“, so Prof. Dr. Anja Steinbeck, Rektorin der Heinrich-Heine-Universität. Mit ca. zwei Stunden Aufwand pro Woche können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Oktober 2019 bis Februar 2020 zeigen, was sie alles können.

Die Kurse decken eine hoch spannende Themenbreite ab: So werden die Teilnehmenden ab Oktober u.a. ein Gesellschaftsspiel entwickeln, das demokratische Werte und Normen vermitteln soll, Feinstaub messen, das Thema „Heimat“ künstlerisch verarbeiten, eine Konferenz zum Thema „Soziale Wirkung  physischer Attraktivität“ vorbereiten oder die Bäume der Zukunft in Düsseldorf pflanzen.

Das Besondere am Innovationssemester: In den 16 Kursen kommen junge Berufstätige, Studierende und Auszubildende aus den verschiedenen Fachrichtungen, Branchen und Hochschulen Düsseldorfs zusammen. Dieser interdisziplinäre und interinstitutionelle Ansatz bringt die Überzeugung des Vereins „wir können am besten von den Menschen lernen, die anders denken“ zum Ausdruck.

Für das Innovationssemester arbeiten die wichtigen Partner des Wissens zusammen. Die Heinrich-Heine-Universität, die Hochschule Düsseldorf, die Fliedner Fachhochschule, die Robert Schumann Hochschule und die Landeshauptstadt Düsseldorf bieten Kurse an, die für jeden offen sind. Dazu kommen mit Unterstützung der IHK Düsseldorf und der Handwerkskammer Düsseldorf engagierte Unternehmen und Handwerksbetriebe.

„Das erste Innovationssemester war bereits ein Riesenerfolg. Die zweite Runde, für die man sich jetzt anmelden kann, hat die Anzahl der Kurse verdoppelt. Wir glauben, Düsseldorf hat ein großes Potenzial beim Faktor ‚Wissen‘. Die Nachfrage für unser einzigartiges Format – das Innovationssemester – zeigt das an.“ so Prof. Dr. Ulrich von Alemann, Geschäftsführer der Wissensregion Düsseldorf.

Am Ende jedes Kurses soll ein sichtbares Ergebnis stehen, das die Teilnehmenden für Düsseldorf und für sich erarbeitet haben. Die Ergebnisse werden dann am 17.02.2020 in der IHK zu Düsseldorf vor Oberbürgermeister Thomas Geisel präsentiert.

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An der HHU werden grundlegende Prinzipien des Lebens erforscht

In ihrer Initiative „Leben“ fördert die VolkswagenStiftung ein gemeinsames internationales Projekt von Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU), Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim/Ruhr und der Université de Strasbourg. Das HHU-Institut für Molekulare Evolution um Prof. Dr. William Martin will in den kommenden fünf Jahren die Bedingungen in der Erdkruste vor vier Milliarden Jahren rekonstruieren und die zentralen chemischen Grundlagen für die Entstehung des Lebens identifizieren.

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Das HHU-Team aus der Evolutionsbiologie sucht in den nächsten fünf Jahren nach den grundlegenden Prinzipien des Lebens (v.l.): Andrey Vieira do Nascimento, Dr. Verena Zimorski , Institutsleiter Prof. Dr. William Martin, Martina Preiner. (Foto: HHU / Uli Oberländer)

Die Erde bildete sich vor rund 4,5 Milliarden Jahren. In erdgeschichtlich kurzer Zeit danach entstand bereits das erste Leben auf unserem Planeten. Die Bedingungen damals waren allerdings noch deutlich andere als heute, es gab keinen Sauerstoff in der Atmosphäre, die Erde war wahrscheinlich vollständig mit Wasser bedeckt und die Erdkruste war extrem heiß. Wie unter diesen Bedingungen das erste Leben aufkeimte, ist ein Schwerpunkt der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. William Martin.

Die Forscherinnen und Forscher gehen dabei von drei grundlegenden Eigenschaften aus, die allem Leben gemein sind. So nutzt Leben zum ersten Energie aus seiner Umwelt, um chemische Reaktionen anzutreiben. Zweitens sind in diese Reaktionen maßgeblich Moleküle auf Kohlenstoffbasis involviert. Und drittens begünstigen Katalysatoren die Reaktionen, sie werden von ihnen beschleunigt und gesteuert.

Unter bestimmten, günstigen Umweltbedingungen – wie sie vor rund vier Milliarden Jahren, zum Zeitpunkt der Entstehung des Lebens bestanden –, müssen sich die zentralen Moleküle des Lebens, zum Beispiel Aminosäuren und Zucker, spontan von selbst geformt und zu komplexeren Systemen – von autokatalytischen Netzwerken bis zu einer kompletten Zelle – organisiert haben. Dass damals Katalysatoren vorhanden waren, trug entscheidend zu diesen Startbedingungen bei.

Im nun von der VolkswagenStiftung geförderten Projekt wollen die Forschenden aus Düsseldorf, Mülheim/Ruhr (unter der Leitung von PD Dr. Harun Tüysüz) und Strasbourg (Leitung Prof. Dr. Joseph Moran) in Laborexperimenten verschiedene Katalysatoren untersuchen, die sowohl in Mineralien als auch in lebenden Organismen zu finden sind. Letztere benutzen diese Katalysatoren heute noch zur Synthese zentraler Moleküle aus den einfachen Verbindungen wie Wasserstoff (H2), Kohlendioxid (CO2) und Stickstoff (N2). Prof. Martin: „Wir wollen daraus lernen, welche Mechanismen es waren, die bereits in den allerersten Anfängen das Leben unterstützten und die Lücke zwischen geologischen und biologischen Prozessen schließen.“

Martina Preiner, leitende Doktorandin bei Prof. Martin, erläutert die geplanten Experimente: „Wir werden zusammen mit den Kollegen in Mülheim Metallverbindungen synthetisieren, die man auch in der Kruste der frühen Erde hätte finden können. Damit werden wir Reaktionen zwischen CO2, Stickstoff und Wasserstoff katalysieren. Es gibt schon Hinweise darauf, dass wir damit bei zentralen Molekülen des Lebens landen können.“ Die Kollaborationspartner in Straßburg werden sich vor allem mit den genauen chemischen Mechanismen der Reaktionen beschäftigen.
Förderangebot „Leben“ der VolkswagenStiftung

Unter die Frage „Was ist Leben?“ hat die VolkswagenStiftung ihre im Grenzbereich zwischen Natur- und Lebenswissenschaften angesiedelte Förderinitiative gestellt. Das Programm wurde im Jahr 2015 eingerichtet, es unterstützt Forschungsvorhaben für eine Dauer von maximal fünf Jahren.

Bereits im Startjahr war Prof. Martin mit einem Projektantrag erfolgreich, bei dem die Rolle der Erbgut-Rekombination (Durchmischung) während der Evolution untersucht wurde (undefinedMeldung vom 2. Juni 2017). Das neu bewilligte Projekt „Forming catalysts: A basic principle of deep chemistry, life chemistry and life“, das Ende dieses Jahres startet, geht zurück zu dem Punkt vor Beginn der Evolution. Das HHU-Institut für Molekulare Evolution erhält dabei Fördermittel von rund 500.000 Euro.

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Grüne Welle mit App für Radfahrer

Nach 25-monatiger Laufzeit ist jetzt das vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) geförderte Forschungsvorhaben „KoMoD – Kooperative Mobilität im digitalen Testfeld Düsseldorf“ zu Ende gegangen. Ein Ergebnis: Die App ‚traffic pilot‘ für Radfahrer.

Auf einer 20 Kilometer langen Teststrecke wurden neue Technologien der Fahrzeug-Infrastruktur-Vernetzung sowie des vernetzten und hochautomatisierten Fahrens implementiert und unter Realbedingungen getestet. Die Ergebnisse dieser Tests sind im Rahmen einer Abschlussveranstaltung am Montag, 1. Juli, auf dem Außengelände der Jugendherberge Düsseldorf, präsentiert worden. Eröffnet wurde die Veranstaltung durch den Minister für Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen Hendrik Wüst und durch Thomas Geisel, den Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf.

Auf der Teststrecke in Düsseldorf konnte erstmals der vernetzte und teilautomatisierte Straßenverkehr auf Autobahnen und gleichzeitig im innerstädtischen Betrieb getestet werden. Auf Streckenabschnitten der Autobahnen A57 und A52, am Heerdter Dreieck, im Rheinalleetunnel, auf der Rheinkniebrücke, im Stadtteil Friedrichstadt und am Vodafone-Parkhaus konnten so viele Szenarien erprobt werden, in denen Autos mit der jeweiligen Verkehrsinfrastruktur kommunizierten. Auf der Luegallee in Oberkassel konnte mit dem Fahrrad die in KoMoD entwickelte Smartphone App „traffic pilot“ erprobt werden.

„Innovative Technologien wie das automatisierte Fahren werden Mobilität entscheidend verändern. Der Verkehr wird sicherer und effizienter. Ziel der Landesregierung ist es, dass diese zukunftsweisenden Technologien in NRW erforscht, entwickelt, getestet und am besten auch hier produziert werden“, sagte NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst. „KoMoD zeigt, wo es in der Verkehrspolitik hingeht: in die digitale und vernetzte Mobilität der Zukunft.“

Oberbürgermeister Thomas Geisel betonte: „Mit dem Projekt KoMoD wird in Düsseldorf an der Mobilität der Zukunft gearbeitet. Das vernetzte und zukünftig automatisierte Fahren wird einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit sowie der Verkehrseffizienz leisten. Gleichzeitig werden Lärm- und Luftschadstoffe reduziert. Besonders freue ich mich darüber, dass die erste Anwendung aus KoMoD, die in den Realbetrieb überführt wird, das Radfahren unterstützt und damit attraktiver macht. Die Smartphone App ‚traffic pilot‘ zeigt die richtige Geschwindigkeit für Radfahrer, um in der ‚Grünen Welle‘ zu bleiben und steht ab sofort zum Herunterladen zur Verfügung.“

Die Präsentation der Testergebnisse war eine Kombination aus Live-Präsentationen der Use Cases/Testfahrten mit Auto, Bus und Fahrrad, Besichtigung der Verkehrs- und Tunnelleitzentrale der Landeshauptstadt Düsseldorf (VTLZ), Fahrt zum Vodafone-Parkhaus (Smart Parking), Ausstellung mit Infosäulen, an denen Detailinformationen zu den Use Cases präsentiert wurden, Exkursion zu einer kooperativen Lichtsignalanlage sowie ein Fahrsimulator. Im Fahrsimulator konnte die gesamte Teststrecke befahren und die einzelnen Use Cases virtuell erlebt werden.

Das Projekt KoMoD

Das Projekt „KoMoD – Kooperative Mobilität im digitalen Testfeld Düsseldorf“ ist Teil des Förderprogramms „Automatisierung und Vernetzung im Straßenverkehr“ des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI). Das Gesamtprojektvolumen beläuft sich auf 14,8 Millionen Euro, bei einem Fördervolumen von 9 Millionen Euro.

Unter Federführung der Landeshauptstadt Düsseldorf haben das Land Nordrhein-Westfaen, vertreten durch Straßen.NRW, diverse Unternehmen und wissenschaftliche Institutionen im Projekt KoMoD gemeinsam am Straßenverkehr der Zukunft gearbeitet.

Entwicklung

Im Juni 2018 wurde der interne Testbetrieb aufgenommen und seit Januar 2019 steht das digitale Testfeld auch Dritten zur Nutzung offen. Die Fahrzeuge fahren auf Basis des Informationsaustauschs teilautomatisiert auf der Teststrecke. Dabei werden die Fahrer durch die Informationen der Verkehrsinfrastruktur unterstützt.

Fahrt im Testfeld

Bei der Fahrt im Testfeld erhalten die Versuchsfahrzeuge jene Informationen, die den übrigen Verkehrsteilnehmern über die verkehrstechnischen Anlagen an der Strecke angezeigt werden, digital für eine Verarbeitung durch das Fahrzeug. Alternativroutenempfehlungen und Informationen zu freien Parkplätzen setzt das Navigationssystem um. Zulässige Höchstgeschwindigkeiten und Warnhinweise, etwa zu Baustellen und Sperrungen der Verkehrsbeeinflussungsanlagen auf der A57 und im Rheinalleetunnel, wie auch die innerstädtischen Ampelprognosen werden angezeigt und zur Längssteuerung (Bremsen und Beschleunigen) der Fahrzeuge verwendet. Die Fahrzeuge dienen zudem als mobile Sensoren, die Gefahrensituationen, Unfälle und Störungen im Testfeld erkennen, um diese an die Fahrer und die Infrastruktur zu kommunizieren.

Vollautomatisiertes Ein- und Ausparken

Im Vodafone-Parkhaus wird einem Testfahrzeug in Abhängigkeit von der aktuellen Belegungssituation ein Parkplatz zugewiesen. Das Fahrzeug fährt daraufhin selbständig zu diesem Parkplatz und parkt vollautomatisiert ein und auch wieder aus.

ÖPNV-Beschleunigung und Radfahrer-Service

Das Projekt ist verkehrsträgerübergreifend: Die Rheinbahn testet zusammen mit der Landeshauptstadt Düsseldorf neue Beschleunigungsverfahren für Busse und Bahnen an den städtischen Ampeln. Die neue Smartphone App „traffic pilot“ für Radfahrer kann ab sofort aus dem App Store (iOS) und dem Play Store (Android) heruntergeladen werden. Damit können die Radler komfortabel auf der „grünen Welle reiten“. Die App zeigt ihnen die dafür richtige Geschwindigkeit an.

Ausdehnung auf das gesamte Stadtgebiet geplant

Neben der Teststrecke in Oberkassel ist zunächst ein Gebiet in der Friedrichstadt freigeschaltet. Es ist geplant, den Service bis Ende des Jahres sukzessive auf das ganze Stadtgebiet zu auszudehnen. Detailinformationen zu den gezeigten Use Cases können der Projektbroschüre entnommen werden. Weitere Informationen zu den einzelnen Testfeldern und den 13 Use Cases sind im Internet unter www.komod-testfeld.org verfügbar.

Ein Video zu diesem Thema finden Sie im Laufe des Tages auf YouTube unter:
www.youtube.com/stadtduesseldorf.

Quelle & weitere Informationen unter: www.duesseldorf.de

Neues HHU-Graduiertenkolleg schafft Grundlagen für optische Technologien

Mit dem Graduiertenkolleg „Modulation des Intersystem Crossing – ModISC“ fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) die strukturierte Doktorandenausbildung. Die Nachwuchsforscherinnen und -forscher werden sich aus verschiedenen Blickwinkeln mit einem für moderne optische Technologien wichtigen Prozess beschäftigen. Es geht auch darum, zum Beispiel „Organische Leuchtdioden“ (OLED) zu verbessern. Prof. Dr. Thomas J. J. Müller ist Sprecher des Graduiertenkollegs, an dem neben verschiedenen HHU-Instituten auch solche der Universität zu Köln beteiligt sind.

Prof. Dr. Thomas J. J. Müller (links) ist Sprecher des neuen Graduiertenkollegs „Modulation des Intersystem Crossing – ModISC“ an der HHU, Prof. Dr. Peter Gilch ist stellvertretender Sprecher. (Bilder: HHU / Christoph Kawan (l.) / Timo Klemm (r.))

Logo des neuen, von der DFG mit 3,8 Millionen Euro geförderten Graduiertenkollegs ModISC.

Projektleiterinnen und Projektleiter von ModISC im Februar 2019 vor Schloss Mickeln. (Foto: HHU / ModISC)

Die Nutzbarmachung von Licht ist eine der zentralen technologischen Schlüsselfragen für die Zukunft. Licht ist eine der nachhaltigsten Energiequellen überhaupt: Es kann über photovoltaische Zellen direkt in elektrischen Strom umgewandelt werden; hocheffiziente Leuchtdioden (LED) sind auf dem Siegeszug nicht nur in modernen Displays, sondern auch für die energiesparende Beleuchtung; die Optoelektronik, vor allem sogenannte optische Computer, verspricht für die Informations- und Kommunikationstechnik deutliche Geschwindigkeitsvorteile.

Um die Techniken weiter zu optimieren und um neue Anwendungsfelder zu erschließen, arbeiten Grundlagenforscher an unterschiedlichen fundamentalen Fragestellungen. Am neuen Düsseldorfer Graduiertenkolleg „Modulation des Intersystem Crossing“ konzentrieren sich Chemiker auf einen gerade für die Anwendung fundamentalen Aspekt: die Umwandlung von Strom in Licht – und umgekehrt – durch strahlungslose Übergänge zwischen elektronischen Zuständen in Molekülen (englisch „Intersystem Crossing“, kurz ISC).

Es geht darum, den Prozess des ISC genauer zu verstehen, zu modellieren und gezielt zu nutzen. Unter anderem sucht man nach neuartigen Farbstoffmolekülen, die zum Beispiel in den organischen Leuchtdioden eingesetzt werden können. Hierzu ist auch ein enges Wechselspiel zwischen der chemischen Synthese solcher Moleküle, deren computertechnischer Simulation und spektroskopischen Untersuchung nötig. Dies geschieht durch die Einbindung verschiedener chemischer Fachdisziplinen an der HHU und in Zusammenarbeit mit Instituten in Köln und Potsdam.

Im Graduiertenkolleg ModISC werden ab Oktober 2019 insgesamt 22 Doktorandinnen und Doktoranden sowie ein Postdoktorand arbeiten. Sprecher des Graduiertenkollegs ist Prof. Dr. Thomas J. J. Müller, Inhaber des Lehrstuhls für Organische Chemie am Institut für Organische Chemie und Makromolekulare Chemie der HHU. Stellvertretender Sprecher ist Prof. Dr. Peter Gilch, Leiter der Arbeitsgruppe Femtosekundenspektroskopie am Institut für Physikalische Chemie.

Prof. Müller erläutert die Besonderheit des Promovierens in einem Graduiertenkolleg: „Über die Forschungsarbeit an ihrem jeweiligen Fachthema hinaus nehmen die Promovenden an einem strukturierten Ausbildungsprogramm teil.“ In Workshops und internationalen Symposien erhalten sie eine breite fachliche Ausbildung sowie die Gelegenheit, ihre Forschungsprojekte mit Experten zu diskutieren. Prof. Müller ergänzt: „Wichtig ist aber auch, dass den Mitgliedern übergeordnete Kompetenzen vermittelt werden, die sie sowohl für die wissenschaftliche Arbeit als auch für den späteren Beruf qualifizieren.“

DFG-Graduiertenkollegs

Mit den Graduiertenkollegs fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft die strukturierte Promovierendenausbildung in jeweils thematisch festgelegten Forschungsfeldern. Graduiertenkollegs werden für viereinhalb Jahre eingerichtet und können verlängert werden.

Insgesamt fördert die DFG ab Juli 2019 13 neue Graduiertenkollegs mit insgesamt rund 65 Millionen Euro. Das neue HHU-Graduiertenkolleg hat eine Laufzeit vom 1. Oktober 2019 bis zum 31. März 2024 und erhält rund 3,8 Millionen Euro Fördermittel. Insgesamt gibt es dann 214 solcher Einrichtungen.

Quelle & weitere Informationen unter: www.uni-duesseldorf.de

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