Kickoff-Symposium von Cherrykukess

Cherrykukess, das Gründungsvorhaben von Dr. Knud Esser, M. Sc. Andrea Kulik und Judith Steimel entwickelt mittels des patentierten Testverfahrens FIRST-HITTM neue Therapieansätze für die Behandlung des Triple-negativen Brustkrebs (TNBC) und des Nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC).

Es ist das erste Ausgründungsvorhaben der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe unter der Mentorenschaft von Klinikdirektorin Prof. Dr. Tanja Fehm erhält dazu für 24 Monate den EXIST-Forschungstransfer I in Höhe von 640.000€.

Trotz neuer Entwicklungen in der Tumortherapie basiert die aktuelle Behandlung von Tumorerkrankungen zu einem großen Teil auf unspezifischen zytotoxischen Wirkstoffen, die ein breites Spektrum an Nebenwirkungen aufweisen und häufig nicht zum Erfolg führen. Mittlerweile finden zwar erste zielgerichtete Onkologika therapeutische Anwendung; aufgrund ihrer Fixierung auf eine sehr begrenzte Anzahl bekannter Zielmoleküle bestimmter Tumore sind diese aber nur für wenige Patienten, welche an diesem speziellen Tumorsubtyp erkrankt sind, im Rahmen einer personalisierten Medizin anwendbar.

Darüber hinaus kommt es hierbei häufig zu Resistenzentwicklungen des Krebses. Es besteht somit ein hoher Bedarf an neuen Therapieansätzen und Wirkstoffen. Dies gilt insbesondere für Tumore mit einer hohen medizinischen Relevanz wie TNBC und dem NSCLC, deren aktuelle Behandlungen nur in seltenen Fällen zur Heilung der Krankheit führen.

Diesem Mangel an innovativen Therapeutika möchte das Team von Cherrykukess entgegenwirken. Hierbei fokussieren sich die Gründer auf die pharmakologische Adressierung in Tumoren epigenetisch fehlregulierter Differenzierungsprozesse. Das stellt einen innovativen Therapieansatz für diese Krebserkrankungen dar. Mittels des zellbasierten, phänotypischen und hochdurchsatzfähigen Testsystems FIRST-HIT™ sind die Gründer in der Lage, neuartige epigenetische Wirkstoffe zu entwickeln, wobei unbekannte zelluläre Zielstrukturen implementiert werden und eine an die vollständige Tumorpathophysiologie angepasste breite und effiziente Wirkstofffindung durchgeführt wird. So verschafft FIRST-HIT™ Cherrykukess einen signifikanten technologischen und zeitlichen Vorsprung gegenüber industrieüblichen, target-orientierten Testverfahren.

Davon konnten sich auch die Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft, die der Einladung zum Kickoff-Symposium von Cherrykukess am 27.04.18 in das Life Science Center Düsseldorf folgten, überzeugen. Als Gastredner referierten u. a. Prof. Dr. Tanja Fehm, Mentorin des Projektes und Direktorin der Frauenklinik des Universitätsklinikums Düsseldorf, Prof. Ruth Brack-Werner, stellvertretende Leiterin des Instituts für Virologie des Helmholtz Zentrum München, Prof. Ellen Fritsche vom IUF – Leibniz-Institut für Umweltmedizinische Forschung und Prof. Klaus Pfeffer vom Graduiertenkolleg 2158 der Heinrich-Heine-Universität.

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Wertvolle Quelle: Gewinnung von Nierenzellen aus Fruchtwasser bei Geburten per Kaiserschnitt

Fruchtwasser ist eine wertvolle Ressource zur Gewinnung von Stammzellen. Stammzellforscher Prof. Dr. James Adjaye und Team, Institut für Stammzellforschung und Regenerative Medizin, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, sowie weitere Forschergruppen konnten bereits zeigen, dass Fruchtwasser mesenchymale Stammzellen mit großem Differenzierungs- und regenerativen Potenzial enthält. Jetzt gelang es, den bislang ungeklärten Ursprung der Fruchtwasser-Stammzellen zu klären. Eine gemeinschaftliche Studie des Instituts für Stammzellforschung, der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Universitätsklinikums Düsseldorf (Prof. Dr. Tanja Fehm) und dem Institute for Women’s Health, Maternal and Fetal Medicine Department (Dr. Pascale V. Guillot), University College London, die in der Zeitschrift Stem Cell Research and Therapy publiziert wurde, zeigt zum ersten Mal, dass humanes Fruchtwasser mesenchymale Stammzellen enthält, die der Niere entstammen. Über den Urin des Fötus gelangen die Nierenstammzellen in das Fruchtwasser.

Fruchtwasser kann problemlos bei Geburten per Kaiserschnitt ohne jedes Risiko für Mutter und Kind gewonnen werden. Die Anzahl der darin enthaltenen Stammzellen nimmt mit fortschreitender Schwangerschaft zu, was bedeutet, dass Fruchtwasser direkt bei der Geburt die meisten dieser Zellen enthält. Zu dieser Zeit ist das Volumen des den Fötus umgebenden Fruchtwassers am größten. Die Fruchtwasser-Stammzellen selbst sind immun-privilegiert und nicht karzinogen. Viele potentielle klinische Anwendungen für Stammzellen, zum Beispiel Zelltransplantations-Therapien zur Behandlung von Knochendefekten, ischämischem Schlaganfällen, Blasenfehlfunktion sowie Lungenerkrankungen wurden in der Literatur bereits beschrieben.

Die Hauptautoren der Veröffentlichung in dem Fachjournal Stem Cell Research & Therapy, Md Shaifur Rahman und Lucas-Sebastian Spitzhorn, berichten, dass die Nieren-Eigenschaften der Fruchtwasser-Stammzellen von großem Interesse für die Erforschung der Entwicklung der Nieren sowie von Nierenerkrankungen sind. Diese Nierenstammzellen könnten ebenso Ausgangsmaterial für Nephrotoxizitäts-Studien und für Medikamententests werden.

Der Seniorautor des Beitrags, Prof. Adjaye sagt, dass die direkte Erzeugung von 3D-Nieren-Organoiden aus diesen Zellen ohne den Umweg über induzierte pluripotente Stammzellen wertvolle Einblicke in die Nierenentwicklung geben könnte. Er resümiert: „Unsere anhaltende Forschung an renalen Zellen, die direkt aus dem Urin isoliert werden, kombiniert mit Molekularbiologie und bioinformatischen Analysen der in diesen Zellen exprimierten Gene machte es uns möglich, die Niere als Ursprung dieser Zellen zu identifizieren. Zur Zeit sind etablierte Nieren-Therapien wie Dialyse und Nierentransplantation durch das Fehlen passender Spenderorgane und durch hohe Kosten limitiert. Im Hinblick darauf sollte Fruchtwasser den gleichen Stellenwert wie Nabelschnurblut bekommen, als wertvolle Ressource für fötale Stammzellen mit regenerativen Potenzial und möglichem Nutzen in Therapien.“

Publikation: Rahman MS, Spitzhorn LS, Wruck W, Hagenbeck C, Balan P, Graffmann N, Bohndorf M, Ncube A, Guillot PV, Fehm T, Adjaye J. The presence of human mesenchymal stem cells of renal origin in amniotic fluid increases with gestational time. Stem Cell Res Ther. 2018 Apr 25;9(1):113. doi: 10.1186/s13287-018-0864-7. PubMed PMID: 29695308.

Kontakt: Prof. Dr. James Adjaye, Institut für Stammzellforschung und Regenerative Medizin, 49 (0) 211 81-08191, James.Adjaye(at)med.uni-duesseldorf.de

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UKD-Radiologe PD Dr. Lars Schimmöller erhält Wilhelm-Conrad-Röntgen-Preis

Ehrenvolle Auszeichnung für einen Mediziner des Universitätsklinikums Düsseldorf (UKD). PD Dr. Lars Schimmöller erhielt am 11. Mai den Wilhelm-Conrad-Röntgen-Preis für seine wissenschaftliche Arbeit „Validierung der multiparametrischen Prostata-MRT mittels gezielter MRT-Biopsie“. Der Radiologe ist Oberarzt im Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie der Düsseldorfer Uniklinik.

PD Dr. Lars Schimmöller erhielt am 11. Mai den Wilhelm-Conrad-Röntgen-Preis. Foto: UKD

Aus der Begründung der Jury zur Verleihung:  „In seiner Arbeit hat er herausragende wissenschaftliche Ergebnisse zur bildgebenden und interventionellen Diagnostik des Prostata-Karzinoms veröffentlicht. Hauptverantwortliche Publikationen, unter anderem im European Journal of Urology (Impact Factor 13,938) spiegeln die Qualität der wissenschaftlichen Arbeit sowie die Aktualität des Themas wider. Besonders hervorzuheben ist der direkte klinische Bezug der von Herrn Schimmöller publizierten Daten. So gelang es ihm, nicht nur zu einer substanziellen Verbesserung der Diagnostik des Prostatakarzinoms beizutragen, sondern grundlegend die Radiologie in der Prostatabildgebung zu stärken und gegenüber der Urologie als essenziellen klinischen Kooperationspartner zu positionieren.“

Zum Gedenken an ihren Namensgeber vergibt die Deutsche Röntgengesellschaft seit 1979 jährlich den Wilhelm-Conrad-Röntgen-Preis. Der Preis wird für „eine hervorragende wissenschaftliche Arbeit, die dem Fortschritt der Radiologie dient“ (aus den Statuten), verliehen. Eingeschlossen sind die Arbeitsgebiete Radiologische Diagnostik, Strahlentherapie, Strahlenphysik, -biologie und -technik. Der Wilhelm-Conrad-Röntgen-Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wurde am 11. Mai 2018 um 11.00 Uhr im Rahmen der Röntgen-Vorlesung des 99. Deutschen Röntgenkongresses in Leipzig verliehen.

PD Dr. Hug Aubin und Dr. Jan-Philipp Minol wurden ausgezeichnet

Die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) verlieh auf ihrer Jahrestagung 2018 in Leipzig gleich zwei wissenschaftliche Preise an Chirurgen der Klinik für Kardiovaskuläre Chirurgie des Universitätsklinikums Düsseldorf.

Ausgezeichnet mit dem Ernst-Derra-Preis wurde PD Dr. Hug Aubin (l.), den Gefäßchirurgischen Forschungspreis erhielt Dr. Jan-Philipp Minol (re). Foto: UKD

Den nach dem deutschen Herzchirurgen und in Düsseldorf lange Zeit tätigen, legendären Ernst Derra benannte Ernst-Derra-Preis wurde PD Dr. Hug Aubin verliehen. Der Preis ist mit 7.500 Euro dotiert. Den Gefäßchirurgischen Forschungspreis der Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie, dotiert mit 5.000 Euro, vergab die Fachgesellschaft an Dr. Jan-Philipp Minol.

Die ausgezeichnete Arbeit von PD Dr. Hug Aubins mit dem Titel „Native Tissue-derived ECM Scaffolds for Cardiovascular Applications in Regenerative Medicine“ ist eine kumulative Habilitationsschrift, die sich mit dezellularisierten kardialen Matrix-Gerüsten als Grundlage für Anwendungen innerhalb der kardiovaskulären regenerativen Medizin befasst. Die durch diese Arbeiten gewonnenen Erkenntnisse behandeln einige der noch nicht gelösten wissenschaftlichen Fragestellungen im Bereich des kardiovaskulären Tissue Engineerings. Sie könnten helfen, bestehende Therapiebegrenzungen zu überwinden. Mit dieser Habilitationsschrift wurde der Preisträger im vergangenen Jahr von der Medizinischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf mit erst 32 Jahren habilitiert.

In Dr. Jan-Philipp Minols Arbeit “Focal induction of ROS-release to trigger local vascular degeneration“ wurde ein Modell etabliert, in dem reaktive Sauerstoffspezies (ROS) aus einer photodynamischen Reaktion isoliert an der Aorta zu einer fokalen Degeneration mit Aspekten im Sinne einer atherosklerotischen Läsion führten. Neben den klassischen Einflussfaktoren der Atherosklerose gelten ROS sowie der oxidative Stress zunehmend als eigenständiger Faktor. Bisherige Versuchsansätze hierzu sind systemischer Natur mit multifaktoriellem Einfluss. Dies erschwert die Analyse des Einflusses von oxidativem Stress als isolierter Faktor. Das vorgestellte Modell konnte wichtige Achsen des atherosklerotischen Remodellings als Folge der fokalen ROS-Applikation nachvollziehen.

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Brustkrebs: Doppelte Auszeichnung für die UKD

Gleich doppelt ist die Frauenklinik des Universitätsklinikums Düsseldorf (UKD) in der neuen Focus-Ärzteliste für den Bereich „Brustkrebs und gynäkologische Tumoren“ vertreten. Neben Klinikdirektorin Prof. Dr. Tanja Fehm wird auch Dr. Jürgen Hoffmann aus dem Brustzentrum der Klinik empfohlen. Die Liste wird durch ein unabhängiges Recherche-Institut für das Nachrichtenmagazin seit 1995 erstellt und in der Ausgabe April/Mai 2018 des Magazins „Focus Gesundheit“ aktuell veröffentlicht.

Prof. Dr. Tanja Fehm, Direktorin der Frauenklinik am Universitätsklinikum Düsseldorf. Foto: UKD

Brustkrebs-Patientinnen werden im spezialisierten Brustzentrum der Düsseldorfer Uniklinik versorgt. Zu den Versorgungsangeboten zählt auch eine genetische Beratung zur Klärung des familiären Brustkrebsrisikos. Die UKD-Frauenklinik ist hier bundesweit eines von 17 universitären Zentren, die sich der Beratung und Betreuung der Frauen und ihrer Familien widmen, wenn es einen Verdacht auf familiär bedingten Brist- oder Eierstockkrebs gibt.

Dafür bietet das Klinikum eine spezielle Tumorrisiko-Sprechstunde an. Hintergrund: Jede zehnte Frau entwickelt im Laufe ihres Lebens einen bösartigen Tumor der Brustdrüse. Somit ist die Wahrscheinlichkeit, eine betroffene Verwandte in der Familie zu haben, entsprechend groß. Viele Frauen stellen sich daher die Frage, ob sie den Brustkrebs der Mutter, Großmutter oder Tante erben und – wenn sie selbst erkrankt sind – an ihre Töchter weitervererben können. Prof. Fehm: „Fakt ist: In den meisten Fällen tritt Brustkrebs zufällig auf, wird also nicht vererbt. Es gibt aber auch Formen, die an die nächsten Generationen weitergegeben werden können. Dies kann unter Umständen durch eine Genanalyse bestätigt oder widerlegt werden. Und natürlich erläutern wir auch die Früherkennung- und Vorbeugemaßnahmen für Brust- und Eierstockkrebs.“

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