Innovationsprogramm für Geschäftsmodelle und Pionierlösungen

Altmaier: „Wir erweitern unsere Innovationsförderung und fördern erstmals auch digitale Geschäftsmodelle“

Das Bundeswirtschaftsministerium erweitert seine Innovationsförderung. Die Richtlinie zur Pilotförderung „Innovationsprogramm für Geschäftsmodelle und Pionierlösungen (IGP)“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) wurde gestern im Bundesanzeiger (PDF, 601 KB) veröffentlicht.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hierzu: „Wir erweitern unsere Innovationsförderung und fördern nun explizit auch nichttechnische Innovationen, wie neue digitale Geschäftsmodelle. Wir wollen so mehr junge, kleine und mittelständische Unternehmen erreichen, denn es gibt viele kluge unternehmerische Ideen, die unsere Wirtschaft voranbringen, sei es in der Kultur-und Kreativwirtschaft, von Freiberuflern oder von kleinen Dienstleistungsunternehmen.“

Die neue Pilotförderung ist Teil der Transferinitiative des BMWi, die das Ziel verfolgt, Hindernisse und Lücken auf dem Weg von der Idee zum Markterfolg zu benennen und zu beseitigen. Konkret erfasst werden von der neuen Förderrichtlinie unter anderem innovative Transferinitiative des BMWi, die das Ziel verfolgt, Hindernisse und Lücken auf dem Weg von der Idee zum Markterfolg zu benennen und zu beseitigen. Konkret erfasst werden von der neuen Förderrichtlinie unter anderem innovative Geschäftsmodelle und Designansätze, aber auch Anwendungssoftware wie neuartige Lern-Apps sowie neue Formen der Technologienutzung. Der Programmstart soll im Herbst erfolgen. Es stehen 25 Millionen Euro über 4 Jahre zur Verfügung.

Durch die besonderen Eigenschaften der adressierten nichttechnischen Innovationen ist auch ein neuer administrativer Fokus nötig: Statt wie in vielen Bereichen der Technologieförderung besonders auf naturwissenschaftlich ausgebildete Gutachter zu setzen, sollen Förderentscheidungen beim IGP u.a. auf Pitches und Juryurteilen basieren.

Ein erster Förderaufruf soll noch in diesem Jahr gestartet werden und digitale und datengetriebene Geschäftsmodelle und Pionierlösungen adressieren. Für das kommende Jahr ist ein zweiter Aufruf geplant, der besonders auf kultur- und kreativwirtschaftliche Innovationen zielt. Ein dritter Aufruf soll voraussichtlich Innovationen mit einem besonders hohen „Social Impact“ adressieren, beispielsweise im Bereich Bildung und Informationszugang.

Die einzelnen Ausschreibungen werden gesondert veröffentlicht. Sie ergänzen die grundlegende Richtlinie zum IGP (PDF, 601 KB), die am 27. Juni 2019 im Bundesanzeiger veröffentlicht wurde.

Quelle & weitere Informationen unter: www.bmwi.de

Boom bei Digitalisierungsgutscheinen

Gut 540 waren es im Jahr 2018, für dieses Jahr rechnet das nordrhein-westfälische Wirtschafts- und Digitalisierungsministerium mit voraussichtlich 1.300 genehmigten Anträgen: Der Erfolg der Digitalisierungsgutscheine aus dem Programm Mittelstand.Innovativ! gibt der dahinter stehenden Idee einer schnellen, unbürokratischen Förderung Rechnung.

Aus dem Ministerium heißt es dazu: „Der Digitalgutschein wird von den mittelständischen Unternehmen in Nordrhein-Westfalen sehr gut angenommen und hat zu einer breiten Aufgeschlossenheit für den digitalen Umbau beigetragen: Dieses Jahr dürfte die Anzahl der genehmigten Anträge rund 1.300 betragen und damit einen neuen Rekord erreichen. Ziel dieser zu Beginn bewusst breit angelegten Maßnahme ist es, kleine und mittlere Unternehmen ganz allgemein für die Potenziale der Digitalisierung zu sensibilisieren und sie dabei zu unterstützen, alle damit verbundenen betrieblichen Fragen aktiv anzugehen.“

Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart: „Die große Nachfrage zeigt: Das Thema Digitalisierung ist mittlerweile auch bei den KMU ankommen. Unser Programm hat dazu einen wichtigen Beitrag geleistet. Hierzu haben wir in den letzten Monaten aufgrund der starken Nachfrage auch noch zusätzliche Haushaltsmittel in Millionenhöhe bereitgestellt. Inzwischen sind viele Betriebe in Nordrhein-Westfalen einen Schritt weiter: Sie beschäftigen sich immer stärker aus eigenem Antrieb mit dem Thema, haben sich für die Veränderungen durch die Digitalisierung geöffnet und suchen nach Wegen, um allein oder in Kooperationen ihre Geschäftsmodelle und -prozesse erfolgreich weiterzuentwickeln.“

Quelle & weitere Informationen unter: www.zenit.de

Gründungsoffensive: Angebot des ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredits auf Gründer ausgeweitet

Zum 1. Juli 2019 werden die Zugangsbedingungen zum ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit erleichtert. Das Instrument steht nun erstmals auch Gründern und jungen Unternehmen zur Finanzierung ihrer Vorhaben zur Verfügung.

Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Christian Hirte dazu: „Gründern ein passgenaues Finanzierungsangebot zur Verfügung zu stellen, ist ein wichtiger Baustein der Gründungsoffensive „GO!“, mit der wir die Gründungskultur in Deutschland stärken wollen. Es ist ein gutes Signal, dass auch Gründerinnen und Gründer künftig vom Finanzierungsangebot des ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredits profitieren können. Denn immer mehr Gründungen bauen auf innovative und digitale Prozesse und Geschäftsmodelle. Es ist daher richtig, dass sich auch das Finanzierungsangebot weiterentwickelt, um technologieaffine Gründer bereits vom ersten Tag an bei ihrer Digitalisierungs- und Innovationstätigkeit zu unterstützen.“

Bislang stand das Finanzierungsangebot kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) offen, die mindestens zwei Jahre am Markt aktiv sind. Diese Einschränkung wurde nun aufgehoben. Neu ist zudem die Öffnung des Instruments zur Finanzierung „innovativer Unternehmen“. Als innovativ qualifizieren sich u.a. Unternehmen, die in der Vergangenheit eine Venture-Capital-Finanzierung erhalten oder überdurchschnittliche Investitionen in Forschung und Entwicklung getätigt haben.

Der ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit ist zur Finanzierung von Digitalisierungs- und Innovationsvorhaben breit einsetzbar. Gefördert wird z.B. die Digitalisierung von Produkten, Produktionsprozessen und Verfahren – etwa im Rahmen von Industrie 4.0. Auch Maßnahmen zur Ausrichtung der Unternehmensstrategie bzw. Unternehmensorganisation auf die Digitalisierung können begleitet werden. Darüber hinaus werden Innovationsvorhaben finanziert, bei denen Unternehmen neue oder substantiell verbesserte Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen entwickeln.

Quelle & weitere Informationen unter: www.bmwi.de

Das Innovationssemester der Wissensregion Düsseldorf startet wieder

Die Heinrich-Heine-Universität, drei große Hochschulen, die Stadtverwaltung, ein Klinikum, der Künstler Thomas Schönauer und zwei Düsseldorfer Unternehmen – sie alle tragen das Innovationssemester der Wissensregion Düsseldorf 2019. Im Herbst geht es in die zweite Runde. Ab sofort können sich interessierte Studierende, Auszubildende und Berufseinsteiger anmelden.

Im Innovatiossemester kommen junge Berufstätige, Studierende und Auszubildende aus den verschiedenen Fachrichtungen, Branchen und Hochschulen Düsseldorfs zusammen, Foto: Wilfried Meyer

„Als Bürgeruniversität sind wir stolz, uns zum zweiten Mal am Innovationssemester der Wissensregion Düsseldorf zu beteiligen. Für unsere Studierenden heißt das, dass sie sich in einem der 16 außergewöhnlichen Kurse ausprobieren und dabei neue Ideen für Düsseldorf und die Region entwickeln können“, so Prof. Dr. Anja Steinbeck, Rektorin der Heinrich-Heine-Universität. Mit ca. zwei Stunden Aufwand pro Woche können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Oktober 2019 bis Februar 2020 zeigen, was sie alles können.

Die Kurse decken eine hoch spannende Themenbreite ab: So werden die Teilnehmenden ab Oktober u.a. ein Gesellschaftsspiel entwickeln, das demokratische Werte und Normen vermitteln soll, Feinstaub messen, das Thema „Heimat“ künstlerisch verarbeiten, eine Konferenz zum Thema „Soziale Wirkung  physischer Attraktivität“ vorbereiten oder die Bäume der Zukunft in Düsseldorf pflanzen.

Das Besondere am Innovationssemester: In den 16 Kursen kommen junge Berufstätige, Studierende und Auszubildende aus den verschiedenen Fachrichtungen, Branchen und Hochschulen Düsseldorfs zusammen. Dieser interdisziplinäre und interinstitutionelle Ansatz bringt die Überzeugung des Vereins „wir können am besten von den Menschen lernen, die anders denken“ zum Ausdruck.

Für das Innovationssemester arbeiten die wichtigen Partner des Wissens zusammen. Die Heinrich-Heine-Universität, die Hochschule Düsseldorf, die Fliedner Fachhochschule, die Robert Schumann Hochschule und die Landeshauptstadt Düsseldorf bieten Kurse an, die für jeden offen sind. Dazu kommen mit Unterstützung der IHK Düsseldorf und der Handwerkskammer Düsseldorf engagierte Unternehmen und Handwerksbetriebe.

„Das erste Innovationssemester war bereits ein Riesenerfolg. Die zweite Runde, für die man sich jetzt anmelden kann, hat die Anzahl der Kurse verdoppelt. Wir glauben, Düsseldorf hat ein großes Potenzial beim Faktor ‚Wissen‘. Die Nachfrage für unser einzigartiges Format – das Innovationssemester – zeigt das an.“ so Prof. Dr. Ulrich von Alemann, Geschäftsführer der Wissensregion Düsseldorf.

Am Ende jedes Kurses soll ein sichtbares Ergebnis stehen, das die Teilnehmenden für Düsseldorf und für sich erarbeitet haben. Die Ergebnisse werden dann am 17.02.2020 in der IHK zu Düsseldorf vor Oberbürgermeister Thomas Geisel präsentiert.

Quelle & weitere Informationen unter: www.uni-duesseldorf.de

An der HHU werden grundlegende Prinzipien des Lebens erforscht

In ihrer Initiative „Leben“ fördert die VolkswagenStiftung ein gemeinsames internationales Projekt von Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU), Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim/Ruhr und der Université de Strasbourg. Das HHU-Institut für Molekulare Evolution um Prof. Dr. William Martin will in den kommenden fünf Jahren die Bedingungen in der Erdkruste vor vier Milliarden Jahren rekonstruieren und die zentralen chemischen Grundlagen für die Entstehung des Lebens identifizieren.

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Das HHU-Team aus der Evolutionsbiologie sucht in den nächsten fünf Jahren nach den grundlegenden Prinzipien des Lebens (v.l.): Andrey Vieira do Nascimento, Dr. Verena Zimorski , Institutsleiter Prof. Dr. William Martin, Martina Preiner. (Foto: HHU / Uli Oberländer)

Die Erde bildete sich vor rund 4,5 Milliarden Jahren. In erdgeschichtlich kurzer Zeit danach entstand bereits das erste Leben auf unserem Planeten. Die Bedingungen damals waren allerdings noch deutlich andere als heute, es gab keinen Sauerstoff in der Atmosphäre, die Erde war wahrscheinlich vollständig mit Wasser bedeckt und die Erdkruste war extrem heiß. Wie unter diesen Bedingungen das erste Leben aufkeimte, ist ein Schwerpunkt der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. William Martin.

Die Forscherinnen und Forscher gehen dabei von drei grundlegenden Eigenschaften aus, die allem Leben gemein sind. So nutzt Leben zum ersten Energie aus seiner Umwelt, um chemische Reaktionen anzutreiben. Zweitens sind in diese Reaktionen maßgeblich Moleküle auf Kohlenstoffbasis involviert. Und drittens begünstigen Katalysatoren die Reaktionen, sie werden von ihnen beschleunigt und gesteuert.

Unter bestimmten, günstigen Umweltbedingungen – wie sie vor rund vier Milliarden Jahren, zum Zeitpunkt der Entstehung des Lebens bestanden –, müssen sich die zentralen Moleküle des Lebens, zum Beispiel Aminosäuren und Zucker, spontan von selbst geformt und zu komplexeren Systemen – von autokatalytischen Netzwerken bis zu einer kompletten Zelle – organisiert haben. Dass damals Katalysatoren vorhanden waren, trug entscheidend zu diesen Startbedingungen bei.

Im nun von der VolkswagenStiftung geförderten Projekt wollen die Forschenden aus Düsseldorf, Mülheim/Ruhr (unter der Leitung von PD Dr. Harun Tüysüz) und Strasbourg (Leitung Prof. Dr. Joseph Moran) in Laborexperimenten verschiedene Katalysatoren untersuchen, die sowohl in Mineralien als auch in lebenden Organismen zu finden sind. Letztere benutzen diese Katalysatoren heute noch zur Synthese zentraler Moleküle aus den einfachen Verbindungen wie Wasserstoff (H2), Kohlendioxid (CO2) und Stickstoff (N2). Prof. Martin: „Wir wollen daraus lernen, welche Mechanismen es waren, die bereits in den allerersten Anfängen das Leben unterstützten und die Lücke zwischen geologischen und biologischen Prozessen schließen.“

Martina Preiner, leitende Doktorandin bei Prof. Martin, erläutert die geplanten Experimente: „Wir werden zusammen mit den Kollegen in Mülheim Metallverbindungen synthetisieren, die man auch in der Kruste der frühen Erde hätte finden können. Damit werden wir Reaktionen zwischen CO2, Stickstoff und Wasserstoff katalysieren. Es gibt schon Hinweise darauf, dass wir damit bei zentralen Molekülen des Lebens landen können.“ Die Kollaborationspartner in Straßburg werden sich vor allem mit den genauen chemischen Mechanismen der Reaktionen beschäftigen.
Förderangebot „Leben“ der VolkswagenStiftung

Unter die Frage „Was ist Leben?“ hat die VolkswagenStiftung ihre im Grenzbereich zwischen Natur- und Lebenswissenschaften angesiedelte Förderinitiative gestellt. Das Programm wurde im Jahr 2015 eingerichtet, es unterstützt Forschungsvorhaben für eine Dauer von maximal fünf Jahren.

Bereits im Startjahr war Prof. Martin mit einem Projektantrag erfolgreich, bei dem die Rolle der Erbgut-Rekombination (Durchmischung) während der Evolution untersucht wurde (undefinedMeldung vom 2. Juni 2017). Das neu bewilligte Projekt „Forming catalysts: A basic principle of deep chemistry, life chemistry and life“, das Ende dieses Jahres startet, geht zurück zu dem Punkt vor Beginn der Evolution. Das HHU-Institut für Molekulare Evolution erhält dabei Fördermittel von rund 500.000 Euro.

Quelle & weitere Informationen unter: www.uni-duesseldorf.de

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