Produktion von Schutzausrüstung:

Die Bundesregierung hat am 9. April 2020 die Errichtung eines Arbeitsstabs zum Aufbau und Ausbau der Produktion von persönlichen Schutzausrüstungen, Testausstattungen und Wirkstoffen in Deutschland und der EU beschlossen. Die Federführung liegt beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). Der Arbeitsstab Produktion ist mit der Aufgabe betraut, den zeitnahen Aufbau von Wertschöpfungsketten für medizinische Schutzausrüstungen, Testausstattungen und Wirkstoffen in Deutschland und der europäischen Union zu unterstützen.

Der Arbeitsstab hat ein Förderprogramm entwickelt, das am 1. Mai 2020 in Kraft getreten ist und Investitionen in die Produktion von Filtervliesstoff fördert. Die Förderung erfolgt über einen Investitionskostenzuschuss von 30 Prozent. Die Förderrichtlinie finden Sie hier (PDF, 458 KB). Anträge können ab 1. Mai 2020 beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gestellt werden.

Das Corona-Kabinett hat den Arbeitsstab Produktion mit Beschluss vom 30. April. beauftragt, zwei weitere Förderprogramme zu erarbeiten:

Ein Förderprogramm soll dazu beitragen, kurzfristig die Produktionskapazität von Maschinen zur Maskenkonfektionierung zu erhöhen. Geplant ist ein Investitionskostenzuschuss von 30 Prozent. Das andere Förderprogramm soll den Aufbau einer nachhaltigen nationalen und europäischen Produktionskapazität für zertifizierte Schutzmasken unterstützen. Geplant ist ein Investitionskostenzuschuss von bis zu 40 Prozent. Beide Programme zur Förderung der Schutzmaskenproduktion sollen Ende Mai fertiggestellt sein und in Kraft treten.

Sollten Sie kurzfristig eine Produktion von zertifizierten Atemschutzmasken (OP-Masken oder FFP2/3-Masken) erweitern oder neu aufbauen wollen und hierfür staatliche Unterstützung in Anspruch nehmen wollen, wenden Sie sich bitte, falls nicht bereits erfolgt, an AS-Produktion@bmwi.bund.de. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass auf Grund des sehr hohen E-Mailaufkommens derzeit nicht jede eingehende E-Mail unmittelbar oder individuell beantwortet werden kann.

Soweit Sie Informationen zu den Programmen des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) für die Beschaffung von Schutzausrüstungen wünschen, wenden Sie sich bitte an das Bundesgesundheitsministerium.

Gemeinsam mit der Germany Trade & Invest (GTAI) bietet das BMWi Unternehmen der Gesundheitswirtschaft weitere Informationen und Orientierung in der Coronakrise – von A wie Auslandsmärkte bis Z wie Zulassungsverfahren.

Quelle & weitere Informationen unter: www.bmwi.de

Innovationsbeispiel: Klimaschonende Produktionsprozesse

Hochtemperatursupraleiter sind ein Schlüssel zu mehr Energieeffizienz in der metallverarbeitenden Industrie. Bis zu hundertmal mehr Strom als ein vergleichbarer klassischer Kupferdraht können sie nahezu verlustfrei übertragen. Schon vor über zehn Jahren erkannte das Netzwerk ZENIT e.V.-Mitglied Bültmann aus Neuenrade das Potenzial dieser Technik und entwickelte mit finanzieller Hilfe der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) einen Magnetheizer auf Basis der Supraleiter-Technologie. Dieser kam weltweit erstmalig in der Mindener Weseralu GmbH & Co. KG zum Einsatz, half dabei die Produktion zu steigern und gleichzeitig Energie einzusparen. Nun entwickelt Bültmann einen Magnetheizer mit neuester Supraleiter-Technologie, um in dem allgemeinen Streben der Industrie nach Energieeffizienz und Klimaschutz einen wichtigen Beitrag zu leisten.

Supraleiter leiten Strom ohne den sonst üblichen elektrischen Widerstand. Mit ihnen lassen sich starke Magnetfelder erzeugen. In der Medizin ermöglichen sie die Magnetresonanztomographie (MRT) und auch in der Wissenschaft sind sie nicht mehr wegzudenken, denkt man an die Teilchenbeschleuniger des CERN.

Metallische Tieftemperatur-Supraleiter, die mit flüssigem Helium auf Temperaturen nahe des absoluten Nullpunktes gekühlt werden müssen, lassen sich zwar wie beim MRT in Laboren einsetzen, sind aber für das industrielle Umfeld viel zu empfindlich. Hochtemperatur-Supraleiter (HTS) mit keramischen Leiterschichten müssen „nur“ auf die Temperatur von flüssigem Stickstoff, also -200°C“, gekühlt werden, damit der verlustfreie Stromfluss auftritt, was den industriellen Forderungen näher kommt.

Um Metallblöcke für die Weiterverarbeitung zu erhitzen, waren bislang große Mengen an Energie notwendig. Der Magnetheizer ist die erste und bisher einzige industrielle HTS-Anwendung. Der seinerzeit mit mehreren Innovationspreisen ausgezeichnete Magnetheizer verfolgt einen völlig neuen technologischen Ansatz, um Aluminiumblöcke (zylindrische Halbzeuge) für die Weiterverarbeitung auf Temperaturen von bis zu 520 °C zu erwärmen. Der Aluminiumbolzen taucht in das starke mit HTS-Spulen erzeugte Gleichstrom-Magnetfeld ein und wird mit Motoren in Rotation versetzt. Die Verluste der im Bolzen auftretenden Wirbelströme erwärmen den Aluminiumblock. Das erfordert 30 % weniger Energie als bei der konventionellen induktiven Erwärmung, bei der die Blöcke in Kupferspulen liegen, die mit Wechselstrom ein Magnetfeld erzeugen.

Seit Juli 2008 ist der Prototyp bei der Produktion von Aluminium-Strangpressprofilen ununterbrochen im Einsatz und konnte sich durchweg bewähren. Einziges Manko zu Anfang: die mit der Wartung der Kälteerzeuger verbundenen Stillstandzeiten. Weiterhin wird ein Magnetheizer in der Produktion zur Enderwärmung von Kupferblöcken auf über 1000°C eingesetzt. Der einzige Nachteil dieser energieeffizienten Technologie ist der Supraleiter-Markt an sich. Als der HTS-Spulenhersteller ausfiel, konnte auf dem Weltmarkt kein Ersatzlieferant gefunden werden.

Aber auch bei den Hochtemperatur-Supraleitern geht die Entwicklung weiter. Gemeinsam mit der THEVA GmbH als HTS-Hersteller und dem Institut für Technische Physik (ITEP) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) als Experten für Supraleiter und Kryotechnik, nimmt die Bültmann GmbH als Anlagenbauer einen neuen Anlauf und will mit Förderung aus dem 7. Energieforschungsprogramm des Bundes einen Magnetheizer mit neuester Supraleiter-Technologie entwickeln.

Parallel untersuchte das regional verwurzelte Familienunternehmen in Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum Jülich eine nach gleichem Prinzip arbeitende Erwärmungstechnologie. In der von der DBU geförderten Machbarkeitsstudie konnte nachgewiesen werden, dass auch mit starken Permanentmagneten ausreichende Magnetfelder erzeugt werden können, um Aluminiumblöcke zu erwärmen. Dass beide Verfahren in Konkurrenz stehen und sich die Produkte möglicherweise kannibalisieren, kann jedoch ausgeschlossen werden. Für beide gibt es ganz spezifische Anwendungsfelder, in denen sie ihre jeweiligen Stärken ausspielen können.

Eine neue HTS-Leitergeneration und die Möglichkeit der Verwendung von Permanentmagneten eröffnen der Erwärmungstechnik mit magnetischen Gleichfeldern neue Optionen für industrietaugliche Lösungen zur Erwärmung von Blöcken aus Buntmetallen. Die Vollelektrifizierung bei gleichzeitigen über 30 % höheren Wirkungsgraden sind Argumente für niedrige Kosten und mehr Klimaschutz, die positive Marktaussichten versprechen und für Bültmann zugleich eine Diversifizierung bedeuten.

Seit Beginn der Entwicklung greift die Bültmann GmbH bei den Forschungs- und Innovationsprojekten auf die Erfahrungen der ZENIT GmbH zurück. Im Zusammenspiel unterstützen die erfahrenen Technologieberater mit ihrem Engagement bei der Projektkonzeptionierung über die Antragstellung bis hin zur Projektabrechnung.

Quelle & weitere Informationen unter: www.zenit.de

Wettbewerbsaufruf: Innovatives Netzwerk 2020

Auch 2020 prämiert das Bundesministerium für Arbeit und Soziales Netzwerke, die wirksame Projekte und Maßnahmen zur Fachkräftesicherung initiieren und umsetzen. Das beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag angesiedelte Innovationsbüro „Fachkräfte für die Region“ organisiert den Wettbewerb.

Bachelor-Traineeprogramm, Internationaler Club, Talente-Pool, Vermittlungsstelle Senioren-Job, …: In der Praxisdatenbank des Innovationsbüros finden sich viele Dutzend nachahmenswerte Beispiele für Maßnahmen, mit denen Netzwerke zur Fachkräftesicherung dazu beitragen, dass qualifizierte Mitarbeiter in ihrer Region bleiben.

Haben Sie ähnliche Ideen umgesetzt, die sich in der Praxis bewährt haben und nun als Vorbild für andere Regionen dienen können? Dann nutzen Sie die Chance, der Öffentlichkeit ein kreatives und nachhaltig erfolgreiches Projekt Ihrer Netzwerkarbeit vorzustellen!

Um die Auszeichnung „Innovatives Netzwerk 2020“ bewerben können Sie sich bis zum 13. März. Die Sieger werden im Rahmen des 8. Innovationstages Fachkräfte für die Region am 18. Juni in Berlin ausgezeichnet.

Weitere Einzelheiten und einen Link zum Online-Bewerbungsbogen gibt es unter www.fachkraeftebuero.de

Quelle: www.dihk.de

Neues ZIM-Programm mit höheren Fördersummen!

Die ab 2020 geltende neue BMWi-Richtlinie des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) sieht sowohl höhere Fördersummen bei allen Fördermodulen sowie bessere Zugangsbedingungen für kleine und junge Unternehmen oder Erstantragsteller vor.

Im Wesentlichen wurde die bewährte Struktur des branchen- und technologieoffenen ZIM-Programmes beibehalten. ZIM fördert kleine und mittelständische Unternehmen in Einzelprojekten oder in Kooperationsprojekten mit anderen Unternehmen und/oder Hochschulen bzw. Forschungseinrichtungen. Einige Module wurden neu in die Richtlinie integriert, um z. B. jungen Unternehmen und Erstinnovatoren den Zugang zur Förderung zu erleichtern oder Unternehmen in strukturschwachen Gebieten besser zu unterstützen.

NEU: Jetzt auch Förderung von

  • Durchführbarkeitsstudien von jungen Unternehmen (bis 10 Jahre nach Gründung), Kleinstunternehmen (weniger als 10 Mitarbeiter) und Erstantragsteller
  • mittelständischen Unternehmen mit bis zu 1.000 Mitarbeitern, wenn sie mit einem KMU kooperieren

NEU: Erhöhung der förderfähigen Kosten

  • Einzelprojekte bis zu 550.000 Euro
  • Kooperationsprojekte bis zu 450.000 Euro bei Unternehmen und 220.000 Euro bei kooperierenden Forschungseinrichtungen
  • Innovationsnetzwerke bis zu 420.000 Euro (national) und 520.000 Euro (international)
  • Leistungen zur Markteinführung bis zu 60.000 Euro

Eine Antragstellung in der neuen ZIM-Förderrichtlinie, die die am 31.12.2019 ausgelaufene Fördermaßnahme ersetzt, wird voraussichtlich ab dem Ende des 1. Quartals 2020 möglich sein, nachdem die Projektträgerschaft für das neue Programm bekannt ist.

Formulieren Sie bereits jetzt Ihre Projektidee. Wir beraten und unterstützen Sie und Ihre Kooperationspartner bei der Erstellung und Einreichung der Antragsunterlagen.

Quelle & weitere Informationen unter: www.consultech.de

Digitalisierungsprojekte: Wirtschaft trifft Start-up

Mit gleich zwei Angeboten honoriert bzw. fördert ZENIT digitale Kooperationen zwischen etablierten Unternehmen und Start-ups. So sucht das Netzwerk ZENIT im Rahmen seiner Ausschreibung zum Innovationspreis Kooperationsprojekte für digitale Zukunftsthemen. Zum anderen bringen ZENIT und ruhr:HUB mittelständische Unternehmen mit Start-ups zusammen, die gemeinsam digitale Fragestellungen lösen wollen. Die Kooperationsoffensive will dazu beitragen, Berührungsängste auf der KMU-Seite abzubauen und den Start-ups mit konkreten Einsatzmöglichkeiten dabei zu helfen, durchzustarten.

Noch bis zum 15. November können sich unter der Überschrift „Technology Challenge“ mittelständische Unternehmen aus NRW mit einer konkreten digitalen Fragestellung und einem kurzen Unternehmensportrait beim ZENIT-Digitalisierungsexperten Benno Weißner melden. In Mülheim wird analysiert, ob die Fragestellung im Hinblick auf eine Zusammenarbeit mit einem Start-up relevant ist oder sich andere Lösungen anbieten. Im Anschluss daran startet der ruhr:HUB mit der Ansprache geeigneter nationaler wie internationaler Start-ups. Diese werden bis Mitte Januar ausgewählt und stellen ihre Lösungsansätze für die beschriebenen Fragestellungen am 27. Februar in einem Pitch vor.

Netzwerk zeichnet Kooperationen mit Start-ups aus
Kooperationen, die bereits einen Schritt weiter und erfolgreich sind, sucht das Netzwerk ZENIT mit dem diesjährigen Wettbewerbsthema des bereits zum neunten Mal ausgeschriebenen Innovationspreises. Gesucht werden technologisch ausgerichtete Kooperationsprojekte zwischen Unternehmen und Start-ups (nicht älter als fünf Jahre) oder zwischen Unternehmen, Start-ups und Hochschulen / Forschungseinrichtungen zu digitalen Zukunftsthemen. Die Kooperationsprojekte müssen zum Bewerbungszeitpunkt bereits begonnen, aber nicht abgeschlossen sein. Zentrales Bewertungskriterium ist der innovative Charakter der eingereichten Projekte, sei es im Hinblick auf die gemeinsame Entwicklung von digitalen Technologien, Produkten, Prozessen und / oder Dienstleistungen bis hin zur Entwicklung neuer, digitaler Geschäftsmodelle.
Einreichungsschluss ist der 15. Dezember.

Weitere Informationen & Quelle unter: www.zenit.de

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