NRW überholt Berlin als Start-up-Region

– Knapp jedes fünfte Start-up hat inzwischen seinen Sitz in Nordrhein-Westfalen. Die Gründerszene hat sich an Rhein und Ruhr in den vergangenen Jahren stark entwickelt. Die Landespolitik bekommt allerdings weiter schlechte Noten.

Das bevölkerungsreichste Bundesland ist inzwischen auch die Region mit den meisten Start-ups. Mit einem Anteil von 19 Prozent aller deutschen Jung-Unternehmen überholt Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr erstmals die bisherige Start-up-Hochburg Berlin (15,8 Prozent). Das geht aus dem „Deutschen Start-up-Monitor“ des Bundesverbands Deutscher-Start-ups und der Unternehmensberatung KPMG hervor, der am Mittwoch in Berlin vorgestellt wird und unserer Redaktion (,,Rheinische Post“ Anm. d. R.) vorliegt. Ein Großteil der Start-ups in NRW ist dabei in der Region Rhein-Ruhr angesiedelt (11,2 Prozent).

2014, als erstmals bei der Untersuchung verschiedene Regionen betrachtet wurden, lag der Anteil der NRW-Start-ups noch bei neun Prozent, der aus Berlin bei 39 Prozent. Der Politik schreiben für diese Entwicklung nur wenige Gründer die Verantwortung zu. Der Landesregierung geben die Gründer nur die Schulnote „ausreichend“ (3,8) für die Förderung des Gründungsstandortes, noch schlechter schneidet für sie allerdings die Bundesregierung ab (4,1). Bundesländer wie Thüringen (2,9) oder Sachsen (3,1) bekamen deutlich bessere Noten. Neben zu viel Bürokratie bemängeln die Gründer vor allem das deutsche Bildungssystem, das unternehmerisches Denken und Handeln zu wenig fördere.

Ähnliche Noten gab es für die NRW-Landesregierung auch schon in der Vergangenheit, im Vergleich zum Vorjahr (4,0) verbesserte sich die Note nur leicht. Der Regierungswechsel schlägt sich damit kaum in den Zahlen nieder, obwohl CDU und FDP die Digitalisierung zu einem ihrer wichtigsten Anliegen erklärt hatten und es im Landtag erstmals auch einen Digitalausschuss gibt. Viele Projekte wie das Gründerstipendium oder die angekündigte Digitalstrategie waren zum Zeitpunkt der Befragung zwischen Mai und Juni noch nicht auf den Weg gebracht. Ihre Beurteilung würde daher erst in die Bewertung im kommenden Jahr einfließen.

Für den „Deutschen Start-up-Monitor“ werden jährlich Gründer vom Lehrstuhl für E-Business und E-Entrepreneurship an der Universität Duisburg-Essen unter der Leitung von Tobias Kollmann befragt. In diesem Jahr haben sich 3716 Personen beteiligt, 1550 Datensätze gingen in die Studie ein. Sie ist damit nicht repräsentativ, gilt aber als detaillierteste und damit relevanteste Untersuchung der Gründerszene in Deutschland.

Generell sind die meisten Gründer in Deutschland laut Start-up-Monitor immer noch männlich, der Frauenanteil ist zwar im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen, liegt nun aber lediglich bei 15,1 statt zuvor 14,6 Prozent. In der Region Rhein-Ruhr ist die Gründerinnen-Quote mit einem Anteil von 12,4 Prozent sogar noch niedriger. Die Förderung weiblicher Gründer bleibt also eine Hauptaufgabe in den kommenden Jahren.

Wichtigste Brutstätte für Start-ups sind die Hochschulen, die meisten Gründer haben studiert. Lange Zeit dachten viele zuerst an die WHU in Vallendar, wenn es um Gründerhochschulen ging, immerhin haben hier die Gründer von Start-ups wie Rocket Internet, Zalando oder Hellofresh studiert, die inzwischen zu Vorbildern für die Branche geworden sind. Unter den Top-Gründerhochschulen liegt die WHU allerdings nur auf dem zehnten Platz, die meisten Gründer bringt inzwischen die Technische Universität München hervor, gefolgt vom Karlsruher Institut für Technologie und der RWTH Aachen.

Die Dominanz der eher technisch ausgerichteten Hochschulen zeigt auch einen Reifungsprozess der Start-up-Szene. Ging es vor einigen Jahren noch darum, erfolgreiche Geschäftsmodelle zu für den europäischen Markt zu kopieren, geht es inzwischen eher um Innovationen. Dafür braucht man, etwas vereinfacht gesagt, eher Ingenieure als Betriebswirte.

Neben der RWTH Aachen schafft es auch die Universität zu Köln aus der rheinischen NRW-Gründerhauptstadt unter die zehn Besten. Ein Faktor: Mit dem Gateway gibt es hier auch eine an die Uni angeschlossene Einrichtung, die speziell Hochschulgründungen fördert. Damit belegt NRW – trotz seiner Vielzahl von Hochschulen – genauso viele Plätze in der Top 10 wie Berlin.

Ein Problem bleibt für die hiesigen Start-ups verglichen mit anderen Ländern die Kapitalaufnahme. Ein Großteil greift bei der Finanzierung auf eigene Ersparnisse (80,4 Prozent), staatliche Fördermittel (35,2 Prozent) oder Geld von Familie und Freunden (31,3 Prozent) zurück. Risikokapital von privaten Investoren konnten hingegen nur 15,3 Prozent der Start-ups aufnehmen, der Wert hat sich im Vergleich zum Vorjahr sogar leicht verschlechtert (15,9 Prozent). Andere Finanzierungsmöglichkeiten wie Start-up-Programme von Unternehmen oder Bankdarlehen wurden sogar noch seltener in Anspruch genommen.

Quelle & weitere Informationen unter: www.rp-online.de

Rund ein Sechstel aller Exportumsätze erwirtschaften die KMU

Dr. Jutta Gröschl Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn

IfM Bonn: Globale Krisen wirken sich bereits aus

Trotz der zunehmenden globalen Krisen erwirtschafteten die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in 2016 nach Angaben der Umsatzsteuerstatistik rund ein Sechstel aller Exportumsätze in Deutschland. Insgesamt lag ihr Exportumsatz in 2016 (208,2 Milliarden Euro) zwar höher als in 2015 (206,4 Milliarden Euro). Der Anteil der exportierenden KMU an allen KMU – die sogenannte Exporteurquote der Unternehmen – sank aber weiter leicht: Lag diese in 2015 noch bei 10,7 %, so betrug sie in 2016 nur noch 10,6 %.

Die Wissenschaftler des IfM Bonn gehen allerdings davon aus, dass die tatsächlichen Exportumsätze der kleinen und mittleren Unternehmen höher sind, da die Umsatzsteuerstatistik weder Exporte mit geringem Warenwert noch Lieferungen an Privatpersonen oder Dienstleistungsexporte berücksichtigt.

Unter den Großunternehmen exportierten in 2016 vier von fünf Unternehmen. Gleichwohl sank auch hier der Anteil der Exporteure an allen Großunternehmen leicht: In 2015 waren es 79,7 % – in 2016 lag der Anteil bei 79,2 %.

Die statistischen Daten zu den Auslandsaktivitäten sind auf der Homepage des Instituts für Mittelstandsforschung (www.ifm-bonn.org) abrufbar.

Quelle & weitere Informationen unter: www.idw-online.de

Fast jede fünfte KMU-Website mit eklatanten Mängeln

von – 10.10.2018
Wie aus einer Untersuchung des Internetverbands eco hervorgeht, sind viele Webseiten von Unternehmen in Deutschland nur unzureichend abgesichert. Daher bestehe akuter Handlungsbedarf.
Fast jede fünfte Website von kleinen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland weist einer aktuellen Analyse zufolge „eklatante Sicherheitsmängel“ auf. Es bestehe akuter Handlungsbedarf, sagte Peter Meyer, Sicherheitsexperte des Internetverbands eco. Insgesamt sind demnach 52 Prozent der geprüften Websites nicht optimal konfiguriert und damit potenzielles Ziel von Cyberangriffen. In einem Gemeinschaftsprojekt untersuchte der Verband gemeinsam mit der Ruhr-Universität Bochum die Auftritte der Unternehmen. Dafür entwickelten die Partner einen Website-Scanner, den sie Unternehmen auch kostenlos zur Identifikation von Sicherheitslücken zur Verfügung stellen.

Insgesamt prüfte das Gemeinschaftsprojekt „Siwecos“ 1100 Websites. Lediglich 67 Prozent von ihnen nutzen demnach das Protokoll HTTPS, das sich längst als Standard für sichere und vertrauensvolle Verbindungen etabliert hat. Auch vor Phishing-Angriffen schützen sich viele Betreiber nicht: 40,5 Prozent der untersuchten Websites haben demnach maschinell auslesbare Telefonnummern auf ihrer Startseite, 44,1 Prozent E-Mail-Adressen im Klartext. Cyberkriminelle oder Spammer griffen solche Informationen gerne automatisiert von Websites ab, sagte Meyer.

Lücken direkt im CMS

In einer YouGov-Umfrage unter 255 IT-Verantwortlichen in kleinen und mittelständischen Unternehmen schätzten zudem weniger als die Hälfte der Befragten (42 Prozent), dass ihr Internetauftritt sicher oder sehr sicher sei. 39 Prozent halten demnach ihre Website nur für teilweise sicher, 11 Prozent für unsicher. 12 Prozent der Websites seien jedoch bereits erfolgreich angegriffen worden. Dabei wüssten viele Firmen nicht, dass die Software hinter der Website, das Content Management System (CMS), Sicherheitslücken habe, sagte Meyer. Der eco rät Unternehmen deshalb, ihr CMS mit Hilfe des bereitgestellten Scanners zu überprüfen.

Quelle & weitere Informationen: www.com-magazin.de

KMU nutzen die Möglichkeiten sozialer Medien nur bedingt

Forscher der Hochschule Rhein-Main haben in einer Studie Anwendung, Zielsetzung und Nutzen von Social-Media-Marketing in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) untersucht. Dabei zeigte sich, dass die meisten KMU ihr Social-Media-Potenzial aktuell nicht voll ausschöpfen.

Die nicht-repräsentative Studie fand von April bis Juni 2018 unter der Leitung von Prof. Dr. Bettina Fischer, die im Fachbereich Wiesbaden Business School tätig ist, statt. Ihre Ergebnisse stützen sich auf eine vorgelagerte Befragung von 26 Experten sowie eine anschließende quantitative Untersuchung von 58 Unternehmen. „Die Vermutung der Experten, dass KMU ihr Potenzial in Sachen soziale Medien nicht ausschöpfen, hat sich bestätigt“, berichtet Fischer.

Als mögliche Ursache hierfür konnte im Rahmen der Studie vor allem eine fehlende strategische Herangehensweise identifiziert werden. Zudem zeigte die Frage nach einer altersbedingten Differenzierung der Zielgruppen, dass die Unternehmen ungefiltert Zielkunden praktisch jeder Altersklasse ansprechen. Beispielsweise wird die Zielgruppe der über 65-Jährigen von 76,9 % der Befragten über Social-Media-Kanäle angesprochen. Dies lasse vermuten, dass bei vielen KMU keine zielgruppengerechte Differenzierung und Ansprache erfolge.

Wie die Forscher mitteilen, konnten außerdem über 60 % die Frage nach einer Social-Media-Zielsetzung für das nächste Geschäftsjahr nicht konkret beantworten. 20 % nannten die Steigerung der Reichweiten als ein Ziel. Die meistgenutzte Plattform indes ist Facebook – mit 82 %. Instagram wird von 52 % der Unternehmen genutzt.

Nachholbedarf bei der Erfolgsmessung

Ein weiteres Problemfeld scheint nach Ansicht der Wissenschaftler die strukturierte Überprüfung und Analyse des Social-Media-Auftritts zu sein. 40 % nutzten demnach kein Google Analytics, mehr als ein Viertel kein Facebook Insights. Gleichzeitig gab fast ein Drittel der Befragten an, eine ungenaue Erfolgsmessung sei einer der Hauptgründe, die gegen die Durchführung von Social-Media-Maßnahmen sprächen.

Zeitmangel führte fast die Hälfte der Teilnehmer als Argument gegen einen vernünftigen Einsatz von Social Media an. Auch die Problematik mangelnder Personalressourcen sowie fehlendes Know-how wurden an dieser Stelle genannt, wie die Hochschule mitteilt.

Content is King

Der Content, sprich die inhaltliche Gestaltung der Beiträge, wird indes von den Experten als größte Herausforderung hinsichtlich der Nutzung sozialer Medien gesehen. Eine geringe Gestaltungsdauer in Kombination mit einem geringem bis gar keinem Budget, wie es bei über einem Drittel der Befragten der Fall ist, ließen bezweifeln, dass zielgruppengerechter Content auf den Plattformen ausgespielt werde.

„Hinzu kommt, dass in über 80 % der befragten Unternehmen nur ein bis drei Mitarbeiter für den Social-Media-Auftritt zuständig sind. In jedem vierten Unternehmen ist es alleine der Geschäftsführer, der zusätzlich zu seinen Haupttätigkeiten noch die Social-Media-Betreuung übernimmt“, sagt Fischer.

Hohe Nutzung, geringe Zufriedenheit

Ungeachtet der festgestellten Defizite scheint Social-Media-Marketing einen hohen Stellenwert zu haben. Fast die Hälfte der Unternehmen erachtet es als notwendig. Nur 2 % gaben an, gegenüber der Nutzung insgesamt abgeneigt zu sein. 86 % der befragten Unternehmen nutzen soziale Medien als Marketingkanal. Nach Auskunft der Forscher schlägt sich die in vielerlei Hinsicht ineffiziente Ausführung des Social-Media-Auftritts in der Zufriedenheit nieder. 18 % der befragten KMU sind mit dem Gesamtergebnis nicht zufrieden.

„Insgesamt bieten Social Media auch klein- und mittelständischen Unternehmen viele Möglichkeiten. Neukundengewinnung, Interaktion mit dem Kunden, Umsatzsteigerung und Markenbekanntheit sind Hauptzielbereiche, die für eine Nutzung sprechen. Die Befragung zeigt jedoch, dass abgesehen von der Reichweitensteigerung auch ein großer Fokus auf der Steigerung der Kundenbindung und der generellen Informationsbereitstellung liegt. Es bleibt also viel zu tun“, resümiert Fischer.

Quelle & weitere Informationen: www.maschinenmarkt.vogel.de

Teststrecke für automatisierte und vernetzte Autos in Düsseldorf eröffnet

Mit dem Projekt Kooperative Mobilität im digitalen Testfeld Düsseldorf (KoMoD) startet Düsseldorf in den Straßenverkehr der Zukunft. NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst und Oberbürgermeister Thomas Geisel haben am Montag, 24. September, eine Teststrecke für automatisierte und vernetzte Autos eröffnet.

Gemeinsam haben der nordrhein-westfälische Verkehrsminister, Hendrik Wüst, Oberbürgermeister Thomas Geisel und Verkehrsdezernentin Cornelia Zuschke am Montag, 24. September, auf dem Rheinbahn Betriebshof in Heerdt eine Teststrecke für automatisierte und vernetzte Autos in Düsseldorf offiziell eröffnet. Die rund 20 Kilometer lange Teststrecke ist in ihrer Form einzigartig in Deutschland. Erstmals kann mit dem Projekt „Kooperative Mobilität im digitalen Testfeld Düsseldorf – KoMoD“ der automatisierte und vernetzte Straßenverkehr live auf Autobahnen und gleichzeitig im innerstädtischen Betrieb getestet werden. Auf Streckenabschnitten der Autobahnen A57 und A52, am Heerdter Dreieck, im Rheinalleetunnel, auf der Rheinkniebrücke, im Stadtteil Friedrichstadt und am Vodafone-Parkhaus können so zahlreiche Szenarien erprobt werden, in denen Autos mit der jeweiligen Verkehrsinfrastruktur kommunizieren.

„NRW muss bei Innovationen ganz vorne mit dabei sein. Neue Technologien sollen in  Nordrhein-Westfalen entwickelt, getestet und am besten auch produziert werden. KoMoD in Düsseldorf zeigt, wo es in der Verkehrspolitik hingeht: in die digitale und vernetzte Mobilität der Zukunft“, sagte NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst. „Automatisiertes und auf lange Sicht autonomes Fahren machen den Verkehr sicherer und effizienter. Das Testfeld ist ein wichtiger Baustein zur Erprobung neuer Mobilitätskonzepte.“

Oberbürgermeister Thomas Geisel betonte: „Mit dem Projekt KoMoD wird in Düsseldorf an der Mobilität der Zukunft gearbeitet. Das automatisierte Lenken, Abbremsen und Beschleunigen des Fahrzeugs bedeutet nicht nur mehr Komfort für den Fahrer. Es kann auch entscheidende Impulse liefern, den Verkehrsfluss und damit die Verkehrssituation in den Städten zu verbessern und die Sicherheit zu erhöhen. Damit passt die Teststrecke bestens zu unserer ‚Smart Mobility Initiative‘. Die Landeshauptstadt Düsseldorf bietet für diese Tests mit ihrer Infrastruktur und mit ihrer modernen Verkehrs- und Tunnelleitzentrale, hervorragende Bedingungen.“

„Dieses Experimentierfeld trifft auf eine lange Tradition moderner und innovativer Verkehrsleittechnik! Düsseldorf ist hier seit mehr als 20 Jahren innovativ und vernetzt unterwegs“, erklärte Beigeordnete Cornelia Zuschke.

Showcases im Testfeld
Acht Testfahrzeuge, darunter ein Linienbus der Rheinbahn, sowie sieben Fahrräder mit „Grüner-Welle-App“ wurden präsentiert. Bei Fahrten im Testfeld wurden die unterschiedlichen Testsituationen, sogenannte Showcases gezeigt. Darüber hinaus bestand die Möglichkeit, sich an Infoständen über die einzelnen Showcases detailliert zu informieren.

Showcase 1 „Routing“: Strategiekonformes Routing /Parkhausinformationen

  • Vernetzung der kollektiven und der fahrzeugseitigen Wegweisung
  • Verarbeitung der zwischen Land und Stadt abgestimmten Strategien im Routing Client des Fahrzeugs
  • Dynamische Routenführung zu Parkhäusern in Verbindung mit den kollektiven Parkleitsystemen

Beitrag zum vernetzten und automatisierten Fahren:

  • Befolgen der wegweisenden Empfehlungen
  • Fahrstreifenwahl an Entscheidungspunkten
  • Vorausschauende Planung der Fahrmanöver (Einfädelungs- und Spurwechselvorgänge)
  • Routenführung im Fahrzeug abgestimmt mit der dynamischen Beschilderung vermeidet Irritationen des Fahrers
  • Auswahl und Folgen der Route zu einem Parkhaus mit Kapazitätsreserven

Showcase 2 „Tunnel“:  Tunnelsperrung und -steuerung

  • Bereitstellung detaillierter Verkehrs- und Ereignisinformationen im Tunnel auf Basis kollektiv infrastrukturseitig erfasster und individuell fahrzeugseitig erfasster Daten
  • Verbreitung von Warnmeldungen (etwa Tunnelsperrung, Fahrstreifensperrung) an entsprechend ausgestatteten Fahrzeugen

Beitrag zum vernetzten und automatisierten Fahren:

  • Zulässige Höchstgeschwindigkeiten einhalten
  • Reaktion auf Gefahrensituation im Tunnel (ggf. Übergabe der Fahraufgabe)
  • Reaktion auf Tunnelsperrung (Halt vor Lichtsignal und optimierte Fahrstrategie im Zulauf)
  • Fahrstreifenwechsel bei eingeschränkter Befahrbarkeit des Tunnels
  • Folgen der wegweisenden Empfehlungen im Fall von Tunnelsperrungen

Showcase 3 „Kooperative LSA“: Zustand und Prognose Lichtsignalanlage (LSA)

  • Austausch von Kreuzungstopologieinformationen (Anzahl Fahrstreifen, Position Haltlinie, Signalgruppen)
  • Sekündliches Senden von Zustands- und Prognose-Nachrichten (beinhaltet für alle Signalgruppen den Ist-LSA-Status sowie die zeitliche Prognose)

Beitrag zum vernetzten und automatisierten Fahren:

  • Reduktion von Fahrzeugemissionen
  • Vermeidung von Halte-, Brems- und Beschleunigungsvorgängen
  • Erhöhung der Verkehrssicherheit
  • Prognoseinformationen werden in Fahrstrategie umgesetzt (automatisierte Zufahrt/Durchfahrt)
  • Erprobung verschiedener Schaltzeitprognoseverfahren

Showcase 4 „Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV)“: ÖPNV-Priorisierung

  • Automatische und kontinuierliche Kommunikation zwischen Road-Side-Unit und Onboard-Unit
  • Senden von fahrzeugseitig generierten Nachrichten mit Informationen zur aktuellen Position, Fahrtrichtung, Geschwindigkeit sowie der Kennung mit Linie und Kurs
  • Vorrangschaltung für ÖPNV-Fahrzeug mittels Phasenwechsel, Grünzeitverlängerung

Beitrag zum vernetzten und automatisierten Fahren:

  • Integration des ÖPNV in die C2X-Technologie
  • Optimierung der ÖPNV-Priorisierung durch Einsatz neuer Technologien
  • Erhöhung der Attraktivität des ÖPNV

Showcase 5 „Verkehrsdatenerfassung“: Fahrzeugbasierte Verkehrsdatenerfassung

  • Heterogene Fahrzeugflotte, ausgestattet mit Unfallpräventionssystemen zur kamera- und fahrzeugbasierten Verkehrsdatenerfassung im Mischverkehr
  • Georeferenzierung von Verkehrssituationen
  • Detektion von ausgewählten Ereignissen und Use-Case-spezifische  Verkehrsdatenbereitstellung
  • Gefahrenwarnung und Unfallprävention für den Fahrer
  • Abbiegeassistent für Busse

 Beitrag zum vernetzten und automatisierten Fahren:

  • Identifikation kritischer Verkehrssituationen
  • Kommunikation von Gefahrenwarnungen
  • Reduzierung des Unfallrisikos und Erhöhung der Verkehrssicherheit

 Showcase 6 „Smart Cycling“: Grüne–Welle-Assistent für Radfahrer

  • Zeigt die richtige Geschwindigkeit, um in der Grünen Welle zu bleiben
  • Visualisiert, wann die LSA wieder Grün wird
  • Bietet Modi für Rad und Kraftfahrzeug
  • Geschwindigkeitsempfehlung auch über Sprachausgabe

Beitrag zum vernetzten und automatisierten Fahren:

  • Verhindert unnötige Stopps vor der LSA
  • Vermeidet starke Brems- oder Beschleunigungsmanöver
  • Ermöglicht entspanntes und gleichmäßigeres Radfahren
  • Verringert den Kraftstoffverbrauch und damit die Emissionen von Fahrzeugen

Sieben Fahrräder mit „Grüne-Welle-App“ werden bei Vodafone auf der Willstädter Straße präsentiert.

Showcase 7 „eCall+“: Unfall-Alarm/Rettungsgassen-Assistent

  • Unfall-voraus-Alarm: Kommt es zum Unfall, erhalten umliegende Fahrzeuge per Mobilfunk eine Warnmeldung (eCall+); Generierung einer kollektiven Verkehrsmeldung durch das städtische Verkehrsmanagement
  • Digitaler Rettungsgassen-Assistent: Einsatzfahrzeuge lösen auf dem Weg zum Einsatzort einen Alarm aus, der Verkehrsteilnehmer anleitet, die Rettungsgasse richtig zu bilden

Beitrag zum vernetzten und automatisierten Fahren:

  • Empfang einer Warnmeldung und Wahl der Fahrstrategie (Geschwindigkeit, Abstand)
  • Fahrstreifenwechsel bei eingeschränkter Befahrbarkeit des Streckenabschnitts
  • Folgen der wegweisenden Empfehlungen (strategische Routen) im Fall von Sperrungen
  • Aussenden und Empfangen des „digitalen Rettungsgassen-Assistenten“, der anleitet, die Rettungsgasse richtig zu bilden

Showcase 8 „Smart Parking“: Stellplatzgenaue Zielführung

  • Automatische Erkennung freier Parkplätze mit smarten Parksensoren
  • Zuweisung eines freien Stellplatzes und der zugehörigen Route zum Stellplatz durch Parkhausserver
  • Fahrerlose Navigation durch das Parkhaus bis zum freien Stellplatz
  • Fahrerloses Einparken

Beitrag zum vernetzten und automatisierten Fahren:

  • Bereitstellung von Echtzeit-Informationen über belegte und freie Parkplätze
  • Umsetzung des automatisierten Parkservices

Hintergrund: Das Projekt KoMoD
Das Projekt „KoMoD – Kooperative Mobilität im digitalen Testfeld Düsseldorf“ ist Teil des Förderprogramms „Automatisierung und Vernetzung im Straßenverkehr“ des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI). Das Gesamtprojektvolumen beläuft sich auf 14,8 Millionen Euro, bei einem Fördervolumen von 9 Millionen Euro.

Unter Federführung der Landeshauptstadt Düsseldorf arbeiten das Land (vertreten durch Straßen.NRW), diverse Unternehmen und wissenschaftliche Institutionen im Projekt „KoMoD“ gemeinsam am Straßenverkehr der Zukunft.

Im Juni wurde der interne Testbetrieb aufgenommen. Die Fahrzeuge fahren auf Basis des Informationsaustauschs teilautomatisiert auf der Teststrecke. Dabei werden die Fahrer durch die Informationen der Verkehrsinfrastruktur unterstützt.

Bei der Fahrt im Testfeld erhalten die Versuchsfahrzeuge jene Informationen, die den übrigen Verkehrsteilnehmern über die verkehrstechnischen Anlagen an der Strecke angezeigt werden, digital für eine fahrzeugseitige Verarbeitung. Alternativroutenempfehlungen und Informationen zu freien Parkplätzen setzt das Navigationssystem um. Zulässige Höchstgeschwindigkeiten und Warnhinweise (etwa zu Baustellen und Sperrungen) der Verkehrsbeeinflussungsanlagen auf der A57 und im Rheinalleetunnel wie auch die innerstädtischen Ampelprognosen werden zur Längssteuerung (Bremsen und Beschleunigen) der Fahrzeuge verwendet. Die Fahrzeuge dienen zudem als mobile Sensoren, die Gefahrensituationen, Unfälle und Störungen im Testfeld erkennen, um diese an die Fahrer und die Infrastruktur zu kommunizieren.

Auch der ÖPNV, die Rheinbahn, ist eingebunden: An den städtischen Ampeln werden neue Beschleunigungsverfahren getestet. Auf dem Programm steht zudem die Weiterentwicklung der fahrzeugbasierten Verkehrserfassung, wie Fußgängererkennung oder Abstandswarnung. Im Vodafone-Parkhaus wird einem Testfahrzeug in Abhängigkeit von der aktuellen Belegungssituation ein Parkplatz zugewiesen, das Fahrzeug fährt daraufhin selbständig zu diesem Parkplatz und parkt vollautomatisiert ein und auch wieder aus.

2019 soll die Teststrecke mit der Kommunikationsinfrastruktur auch für Dritte geöffnet werden. Aktuelle Informationen zu den neuesten Aktivitäten auf dem Testfeld sind im Internet unter www.komod-testfeld.org verfügbar.

Ein Video zu diesem Thema finden Sie im Laufe des Tages auf YouTube unter:

www.youtube.com/stadtduesseldorf

Quelle & weitere Informationen unter: www.duesseldorf.de

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