Sparkassen sehen hohe Flexibilität bei mittelständischen Betrieben

Die 376 deutschen Sparkassen rechnen zurzeit nicht mit einer Welle von Unternehmensinsolvenzen. Einer aktuellen Umfrage zufolge gehen drei Viertel der Firmenkundenberater der Sparkassen davon aus, dass in den kommenden sechs Monaten weniger als zwei Prozent ihrer mittelständischen Firmenkunden Insolvenz anmelden müssen – und dies unabhängig von der ausgesetzten Insolvenzantragspflicht.

„Dies ist ein ermutigendes Ergebnis, auch wenn es deutlich macht, dass nicht alle Unternehmen die Krise überstehen werden“, so Helmut Schleweis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), anlässlich der Vorstellung des S-Mittelstands-Fitnessindex.

Positiv bewertete der DSGV-Präsident auch, dass 86 Prozent der Firmenkundenberater der Sparkassen davon ausgehen, dass ihre Kunden an langfristigen Investitionsvorhaben festhalten, wenn auch mit einer kurzfristigen Unterbrechung. Von einer unveränderten Investitionsbereitschaft im Mittelstand berichten elf Prozent der Firmenkundenberater, lediglich drei Prozent gehen davon aus, dass ihre Kunden geplante Investitionsvorhaben aufgegeben hätten.

Ein entscheidender Faktor im Umgang mit der Krise sei, so Schleweis, die Fähigkeit der Unternehmen, sich an Veränderungen anzupassen. „Die Ergebnisse zeigen, dass man die Flexibilität des Mittelstands nicht unterschätzen darf“, so Schleweis. 83 Prozent der Sparkassenberater berichteten von einer hohen Anpassungsbereitschaft.
So hätten zum Beispiel Bekleidungshersteller auf die Herstellung medizinischer Schutzausrüstung umgerüstet oder stationäre Händler sich digitale Absatzwege erschlossen. Lediglich 14 Prozent der Sparkassen-Berater hätten demnach mitgeteilt, dass ihre Firmenkunden die jeweiligen Geschäftsmodelle nicht verändert hätten.

Die Umfrage belegt zudem die unterschiedliche Betroffenheit der einzelnen Branchen von der Corona-Pandemie. So erwarte die Mehrheit der Firmenkundenberater der Sparkassen für das Gastgewerbe, Teile des Einzelhandels und insbesondere die Reisebranche keine schnelle Erholung von den derzeitigen Schwierigkeiten. In den Industriebranchen wie zum Beispiel dem Maschinenbau dominierten mit 64 Prozent zwar die positiven Erwartungen, gut ein Drittel rechne aber mit längerfristigen Schwierigkeiten. Eine unverändert positive Entwicklung bzw. schnelle Erholung wird in den Bereichen Bau, Immobilien, Dienstleistungen, Landwirtschaft und Logistik erwartet.

„Die Sparkassen werden auch weiter eng an der Seite ihrer Kunden stehen und sie durch die Krise begleiten. Auch wenn es in den ersten Monaten dieses Jahres mit der Wirtschaft steil bergab gegangen ist, hat der Mittelstand die Kraft zur Genesung – sie hat in manchen Teilen bereits eingesetzt“, so Schleweis.

Quelle & weitere Informationen unter: www.dsgv.de