Was Mittelständler von Start-ups wollen

Über 70 Prozent der Mittelständler können sich Kooperationen mit Start-ups vorstellen – aber nur 38 Prozent setzen diese auch um. Was erwarten die Mittelständler von Start-ups? Wie kann die Zusammenarbeit funktionieren? Das zeigt die Studie „Mittelstand meets Start-ups 2018“, die vom RKW Kompetenzzentrum in Berlin vorgestellt wurde.

Fast 65 Prozent der befragten Mittelständler wollen mit der Zusammenarbeit neue Technologien erschließen, 61 Prozent Produktinnovationen entwickeln und 55 Prozent den Einstieg in neue Märkte erreichen. Die Anbahnung für eine solche Partnerschaft entsteht überwiegend über Empfehlungen (60 Prozent).

Für Start-ups heißt es also: Netzwerken, netzwerken, netzwerken! Bei der Auswahl ihres Kooperationspartners legen die Mittelständler neben einer persönlichen Beziehung zum Gründerteam (51 Prozent) auch Wert auf einen Firmensitz in Deutschland (35 Prozent). Als weiteres Auswahlkriterien wurde von rund einem Viertel der Befragten genannt, dass die Start-ups mindestens einen externen Geldgeber mit an Bord haben sollten. Langjährige Branchenerfahrung, räumliche Nähe und das Alter der Gründerinnen und Gründer spielen hingegen eine untergeordnete Rolle bei der Auswahl. Für die Studie „Mittelstand meets Start-ups 2018“ wurden 250 kleine und mittlere Unternehmen aus den Branchen Maschinen- und Fahrzeugbau, Information und Kommunikation sowie Chemie und Pharma im März 2018 telefonisch befragt.

Quelle & weitere Informationen unter www.exist.de & www.rkw-kompetenzzentrum.de

Mittelstand Innovativ! – Innovationsgutscheine und Digitalisierungsgutscheine

eine Initiative des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen

Das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIDE) hat ein Förderprogramm speziell für den innovativen Mittelstand aufgelegt. Unter dem gemeinsamen Dach „Mittelstand.innovativ!“ umfasst es die Förderlinien Innovationsassistent sowie den Innovations- und Digitalisierungsgutschein.

Den „Innovations- und Digitalisierungsgutschein“ führt der Projektträger Jülich der Forschungszentrum Jülich GmbH im Auftrag des MWIDE durch.

Innovationsgutscheine sollen themenoffen in erster Linie die Forschung und Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen auf allen Stufen der Wertschöpfungskette unterstützen. Auch wesentliche qualitative Verbesserungen bestehender Produkte und Dienstleistungen können gefördert werden. Sie können auch zur Bearbeitung von Vorhaben mit arbeits- und organisationsbezogenen Fragestellungen genutzt werden. Es gilt, die Innovationsfähigkeit und Wachstumsorientierung der Unternehmen in NRW zu stärken – sowohl bei den klein- und mittelständischen Betrieben in der Industrie, im Handwerk, im Handel oder im Dienstleistungsbereich.

Mit dem Digitalisierungsgutschein hat sich das Land Nordrhein-Westfalen zum Ziel gesetzt, die Innovationsfähigkeit und Wachstumsorientierung der Unternehmen rund um die Themen Digitalisierung und IT-Sicherheit in NRW zu stärken – sowohl bei den klein- und mittelständischen Betrieben in der Industrie, wie auch im Handwerk, im Handel und im Dienstleistungsbereich. So sollen KMU insgesamt befähigt werden, den Weg u. a. hin zu Industrie 4.0 zu beschreiten. Die fortschreitende Digitalisierung stellt insbesondere KMU vor große Herausforderungen. Neue Geschäftsmodelle bzw. andere Produktions- und Wertschöpfungsprozesse werden erforderlich. Lösungsprobleme im Bereich IT-Sicherheit stellen sich häufig als Investitionshemmnis für KMU heraus.

Mit der Zusammenführung der Förderlinien „Innovationsgutschein“ und „Digitalisierungsgutschein“ zu einer Förderbekanntmachung schafft die Landesregierung nun einheitliche Rahmenbedingungen für KMU zur Förderung von Produkt- und Dienstleistungsinnovationen auf allen Stufen der Wertschöpfungskette.

Dabei ergeben sich folgende Neuerungen:

  • Einheitliche Förderquoten für den Innovations- und Digitalisierungsgutschein
  • Anhebung der Maximalförderbeträge bei Innovationsgutschein auf das Niveau des Digitalisierungsgutscheins
  • Neben Hochschulen und Forschungseinrichtungen können nun auch Unternehmen für Innovationsdienstleistungen beauftragt werden
Einreichungsfrist (unbefristet)

Quelle & weitere Informationen unter: www.ptj.de

Aufbau der Teststrecke für automatisierte Autos geht voran

In Düsseldorf lernen Autos und Infrastruktur miteinander zu kommunizieren. Unter Federführung der Landeshauptstadt Düsseldorf arbeiten das Land Nordrhein-Westfalen und weitere Partner im Projekt KoMoD gemeinsam am Straßenverkehr der Zukunft. Ab Juli gibt es erste Testfahrten auf der Strecke.

Dann werden sich Autos, Busse, Ampeln und Streckenbeeinflussungsanlagen auf den Straßen der Stadt und den umgebenden Autobahnen über die aktuelle Verkehrssituation informieren und vor Gefahren warnen, die für den Fahrer noch nicht sichtbar sind. Autos wissen zukünftig quasi in Echtzeit, wenn auf der Route plötzlich ein Stau entsteht, eine Strecken- oder Tunnelsperrung vorliegt oder eine Rettungsgasse gebildet werden muss, damit Rettungsfahrzeuge Unfallopfern auf schnellstem Wege zur Hilfe eilen können.

Die Verkehrszentralen von Straßen.NRW und der Landeshauptstadt Düsseldorf reagieren auf diese Störfälle mit digitalen Routenempfehlungen. Aktuell bauen die Projektpartner dafür entlang der Teststrecke die technologieübergreifende Infrastruktur auf, um frühzeitig zu testen, wie sich fahrzeug- und infrastrukturseitige Erfassung, Datenverarbeitung und Informationsbereitstellung über unterschiedliche Kommunikationstechnologien bestmöglich ergänzen und so höhere  Sicherheit im Straßenverkehr schaffen.

„Automatisiertes und auf lange Sicht autonomes Fahren werden unseren Verkehr sicherer und effizienter machen“, sagt NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst. „Gerade aufgrund der Vielzahl der unterschiedlichen Projektpartner wird KoMoD uns wichtige Erkenntnisse zur Vernetzung liefern. Toll, dass wir unseren Teil zu diesem zukunftsweisenden Projekt direkt vor unserer Haustür beitragen können und so die Mobilitätsstrategie des Landes unterstützen.“

Oberbürgermeister Thomas Geisel: „Ich freue mich, dass in Düsseldorf mit dem Projekt KoMoD autonomes Fahren getestet und so an der Mobilität der Zukunft gearbeitet wird. Autonomes Fahren, also das automatisierte Lenken, Abbremsen, Beschleunigen des Fahrzeugs bedeutet nicht nur mehr Komfort für den Fahrer, sondern kann auch entscheidende Impulse liefern, den Verkehrsfluss und damit die Verkehrssituation in den Städten zu verbessern und die Sicherheit zu erhöhen. Damit passt die Teststrecke auch wunderbar zu unserer Smart Mobility Initiative. Die Landeshauptstadt Düsseldorf bietet für diese Tests mit ihrer Infrastruktur, vor allem ihrer modernen Verkehrs- und Tunnelleitzentrale, hervorragende Bedingungen.“

Die rund 20 Kilometer lange Teststrecke ist in ihrer Form einzigartig in Deutschland. Erstmals kann der automatisierte und vernetzte Straßenverkehr live auf Autobahnen und gleichzeitig im innerstädtischen Betrieb getestet werden. Auf Streckenabschnitten der Autobahnen A57 und A52, am Heerdter Dreieck, im Rheinalleetunnel, auf der Rheinkniebrücke, im Stadtteil Friedrichstadt und am Vodafone-Parkhaus können so viele Szenarien erprobt werden, in denen Autos mit der jeweiligen Verkehrsinfrastruktur kommunizieren. Ab Juli sollen erste Fahrzeuge auf Basis des Informationsaustausches teilautomatisiert auf der Teststrecke fahren. Dabei werden die Fahrer durch die Informationen der Verkehrsinfrastruktur unterstützt.

Bei der Fahrt im Testfeld erhalten die Versuchsfahrzeuge jene Informationen, die den übrigen Verkehrsteilnehmern über die verkehrstechnischen Anlagen an der Strecke angezeigt werden, digital für eine fahrzeugseitige Verarbeitung. Empfehlungen für Alternativrouten und Informationen zu freien Parkplätzen setzt das Navigationssystem um. Zulässige Höchstgeschwindigkeiten und Warnhinweise (zum Beispiel zu Baustellen und Sperrungen) der Verkehrsbeeinflussungsanlagen auf der A57 und im Rheinalleetunnel wie auch die innerstädtischen Ampelprognosen werden zur Längssteuerung (Bremsen und Beschleunigen) der Fahrzeuge verwendet. Die Fahrzeuge dienen zudem als mobile Sensoren, die Gefahrensituationen, Unfälle und Störungen im Testfeld erkennen, um diese an die Fahrer und die Infrastruktur zu kommunizieren.

Auch öffentliche Verkehrsmittel – konkret: die Rheinbahn – sind eingebunden: An den städtischen Ampeln werden neue Beschleunigungsverfahren getestet. Auf dem Programm steht zudem die Weiterentwicklung der fahrzeugbasierten Verkehrserfassung wie Fußgängererkennung oder Abstandswarnung. Im Vodafone-Parkhaus wird einem Testfahrzeug in Abhängigkeit von der aktuellen Belegungssituation ein Parkplatz zugewiesen. Das Fahrzeug fährt daraufhin selbständig zu diesem Parkplatz und parkt vollautomatisiert ein und auch wieder aus.

Ab 2019 soll die Teststrecke mit der Kommunikationsinfrastruktur auch für Dritte geöffnet werden. Das Projekt KoMoD wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur mit einem Fördervolumen von mehr als neun Millionen Euro unterstützt. Aktuelle Informationen zu den neuesten Aktivitäten auf dem Testfeld sind im Internet unter www.komod-testfeld.org verfügbar.

Wie geht es weiter?

• Ab Juli 2018: Das Testfeld öffnet und erste Fahrzeuge fahren und kommunizieren mit der Verkehrsinfrastruktur.
• Montag, 24. September: Die Teststrecke wird durch NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst und Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel offiziell in Betrieb genommen.

Quelle & weitere Informationen unter: www.duesseldorf.de

Leitmarktwettbewerb Produktion.NRW – Zweiter Aufruf

Leitmarktwettbewerb Produktion.NRW

Zweiter Aufruf für neue Ideen für den Leitmarkt Maschinen- und Anlagenbau / Produktionstechnik in NRW

Stichtag:

04.09.2018

Im Themenschwerpunkt „Industrie 4.0“ sollen Projekte im Bereich Forschung und Entwicklung (FuE) angeregt werden, in denen Entwickler und bevorzugt mittelständische Anwender von Cyber-Physischen-Produktionssystemen (CPPS) Hand in Hand vernetzte Produktionsstätten für künftige „Smart Factories“ voranbringen. Im Themenschwerpunkt „Effizienz in der Produktion“ sollen FuE-Projekte angeregt werden, die einerseits effiziente Fertigungsverfahren und andererseits Produkte mit verbesserter Effizienz thematisieren.

Zwei Lehrende der HHU erhalten Förderung für digitale Lehrprojekte

Die Heinrich-Heine-Universität (HHU) kann sich über zwei erfolgreiche Anträge aus zwei verschiedenen Fakultäten im Rahmen des ,,Fellowships für Innovationen in der digitalen Hochschullehre“, einem gemeinsamen Programm des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen und des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft, freuen.

Prof. Dr. Barbara E. Weißenberger (Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Accounting) aus der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät wird für ihr Projekt Vom Inverted Classroom zum flexiblen Integrated Classroom – Neue Wege für die Hochschullehre im Fach Accounting mit rund 45.000 Euro gefördert, um ihr innovatives Lehrprojekt weiter auszubauen.
Dr. Ruben Sengewein (Poliklinik für Rheumatologie) aus der Medizinischen Fakultät erhält 50.000 Euro für die Umsetzung seines Konzepts Das SPRINT-Seminar.

Mehr als 180 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hatten sich für das gemeinsame Programm des Stifterverbandes und des Landes beworben. 43 Lehrende von 15 Hochschulen werden in der aktuellen Förderrunde des Programms „Fellowships für Innovationen in der digitalen Hochschullehre“ bei der Einführung innovativer digitaler Lehrvorhaben nun für ein Jahr unterstützt.

Die erfolgreichen Bewerbungen zeigen, dass sich der Trend aus dem letzten Jahr weiter fortsetzt: Inverted-Classroom-Modelle finden immer mehr Einzug in die Lehre. Studierende können ihr Studium mit digitalen Modulen personalisieren sowie flexibler und praxisnäher ausrichten und ihren digital bereitgestellten Lernstoff zu Hause erarbeiten.

Projektbeschreibungen:

Prof. Dr. Barbara E. Weißenberger: Vom Inverted Classroom zum flexiblen Integrated Classroom – Neue Wege für die Hochschullehre im Fach Accounting

Insbesondere in den weiterführenden Veranstaltungen im Fach Accounting besteht aufgrund komplexer Inhalte ein umfangreicher Bedarf an Präsenzlehre. Zudem müssen aufgrund der hohen Veränderungsdynamik von Normen und Praktiken regelmäßig umfassende Aktualisierungen vorgenommen werden. Beides sind zunächst Hinderungsgründe für die Umsetzung medial angereicherter Veranstaltungsformen.

Das Konzept adressiert diese Problematik, indem die Idee des Inverted Classroom-Konzepts weiterentwickelt wird: Präsenzlehre wird mittels Lehrvorträgen sowie Workshop- und Diskussionsformaten geschickt mit E-Tutorials verzahnt, so dass Studierende das in den Veranstaltungen im Fach Accounting angestrebte hohe Kompetenzniveau deutlich besser erreichen. Denn auf diese Weise kann in der Präsenzlehre – anders als bei traditionellen Konzepten – der Schwerpunkt vor allem auf die Vermittlung von anwendungsbezogenen bzw. kritisch reflektierenden Fähigkeiten gelegt werden, weil die Vermittlung von Detailwissen zu den dahinter liegenden Mechanismen und ihren komplexen Einzelschritten in E-Tutorials verlagert wird.

Dr. Ruben Sengewein: Das SPRINT-Seminar

Das SPRINT-Seminar ist ein innovativer Online-Kurs für Mediziner, bei dem Patientenfälle über das Smartphone in Echtzeit bearbeitet werden.

SPRINT kombiniert drei empirische Lernmethoden: SPaced-, Retrieval- und Interleaved- Learning (=SPRINT). Erstmalig werden diese digital im Medizinstudium umgesetzt. Die Studierenden lernen ein neues Krankheitsbild ab jetzt nicht mehr in einer Stunde, sondern über ein ganzes Semester. Das Ziel: Ein höherer und dauerhafter Lerneffekt.

Für drei Fälle wurden Fragenkaskaden entwickelt, die eine hohe Variabilität bieten: Kein Kurs verläuft gleich! Die Studierenden müssen dabei selber Entscheidungen im Sinne der Gesundheit der Patienten treffen. Feedback erhalten sie durch den Krankheitsverlauf.

Das SPRINT-Seminar ist zudem ein effektives Analyse-Tool, ob und wie sich Studierende – anders als mit einer Prüfung – zum Lernen motivieren lassen. Dafür werden komplexe Techniken aus der Spieleindustrie in SPRINT eingesetzt (,,Gamification“). In Zukunft können auch andere Dozenten die Studierenden an selbsterstellten Fällen teilhaben lassen. Ziel ist es SPRINT als dauerhaftes Lerntool zu verstetigen.

Quelle & weitere Informationen unter:

www.uniklinik-duesseldorf.de

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