Zwei Lehrende der HHU erhalten Förderung für digitale Lehrprojekte

Die Heinrich-Heine-Universität (HHU) kann sich über zwei erfolgreiche Anträge aus zwei verschiedenen Fakultäten im Rahmen des ,,Fellowships für Innovationen in der digitalen Hochschullehre“, einem gemeinsamen Programm des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen und des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft, freuen.

Prof. Dr. Barbara E. Weißenberger (Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Accounting) aus der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät wird für ihr Projekt Vom Inverted Classroom zum flexiblen Integrated Classroom – Neue Wege für die Hochschullehre im Fach Accounting mit rund 45.000 Euro gefördert, um ihr innovatives Lehrprojekt weiter auszubauen.
Dr. Ruben Sengewein (Poliklinik für Rheumatologie) aus der Medizinischen Fakultät erhält 50.000 Euro für die Umsetzung seines Konzepts Das SPRINT-Seminar.

Mehr als 180 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hatten sich für das gemeinsame Programm des Stifterverbandes und des Landes beworben. 43 Lehrende von 15 Hochschulen werden in der aktuellen Förderrunde des Programms „Fellowships für Innovationen in der digitalen Hochschullehre“ bei der Einführung innovativer digitaler Lehrvorhaben nun für ein Jahr unterstützt.

Die erfolgreichen Bewerbungen zeigen, dass sich der Trend aus dem letzten Jahr weiter fortsetzt: Inverted-Classroom-Modelle finden immer mehr Einzug in die Lehre. Studierende können ihr Studium mit digitalen Modulen personalisieren sowie flexibler und praxisnäher ausrichten und ihren digital bereitgestellten Lernstoff zu Hause erarbeiten.

Projektbeschreibungen:

Prof. Dr. Barbara E. Weißenberger: Vom Inverted Classroom zum flexiblen Integrated Classroom – Neue Wege für die Hochschullehre im Fach Accounting

Insbesondere in den weiterführenden Veranstaltungen im Fach Accounting besteht aufgrund komplexer Inhalte ein umfangreicher Bedarf an Präsenzlehre. Zudem müssen aufgrund der hohen Veränderungsdynamik von Normen und Praktiken regelmäßig umfassende Aktualisierungen vorgenommen werden. Beides sind zunächst Hinderungsgründe für die Umsetzung medial angereicherter Veranstaltungsformen.

Das Konzept adressiert diese Problematik, indem die Idee des Inverted Classroom-Konzepts weiterentwickelt wird: Präsenzlehre wird mittels Lehrvorträgen sowie Workshop- und Diskussionsformaten geschickt mit E-Tutorials verzahnt, so dass Studierende das in den Veranstaltungen im Fach Accounting angestrebte hohe Kompetenzniveau deutlich besser erreichen. Denn auf diese Weise kann in der Präsenzlehre – anders als bei traditionellen Konzepten – der Schwerpunkt vor allem auf die Vermittlung von anwendungsbezogenen bzw. kritisch reflektierenden Fähigkeiten gelegt werden, weil die Vermittlung von Detailwissen zu den dahinter liegenden Mechanismen und ihren komplexen Einzelschritten in E-Tutorials verlagert wird.

Dr. Ruben Sengewein: Das SPRINT-Seminar

Das SPRINT-Seminar ist ein innovativer Online-Kurs für Mediziner, bei dem Patientenfälle über das Smartphone in Echtzeit bearbeitet werden.

SPRINT kombiniert drei empirische Lernmethoden: SPaced-, Retrieval- und Interleaved- Learning (=SPRINT). Erstmalig werden diese digital im Medizinstudium umgesetzt. Die Studierenden lernen ein neues Krankheitsbild ab jetzt nicht mehr in einer Stunde, sondern über ein ganzes Semester. Das Ziel: Ein höherer und dauerhafter Lerneffekt.

Für drei Fälle wurden Fragenkaskaden entwickelt, die eine hohe Variabilität bieten: Kein Kurs verläuft gleich! Die Studierenden müssen dabei selber Entscheidungen im Sinne der Gesundheit der Patienten treffen. Feedback erhalten sie durch den Krankheitsverlauf.

Das SPRINT-Seminar ist zudem ein effektives Analyse-Tool, ob und wie sich Studierende – anders als mit einer Prüfung – zum Lernen motivieren lassen. Dafür werden komplexe Techniken aus der Spieleindustrie in SPRINT eingesetzt (,,Gamification“). In Zukunft können auch andere Dozenten die Studierenden an selbsterstellten Fällen teilhaben lassen. Ziel ist es SPRINT als dauerhaftes Lerntool zu verstetigen.

Quelle & weitere Informationen unter:

www.uniklinik-duesseldorf.de